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Trotz Ölpest: Die Deutschen lieben BP

Die Deutschen sind dem britischen BP-Konzern trotz Öldesaster im Golf von Mexiko und millionenschwerer PR-Lügen treu geblieben: Das Endkundengeschäft in Deutschland, dem wichtigsten europäischen Verbrauchermarkt, habe nicht gelitten, erklärt Uwe Franke, der auch für das Deutschland-Geschäft zuständige Vorstandsvorsitzende der BP Europe SE gegenüber der Welt (Montagsausgabe). "Aral hat im Zusammenhang mit dem Deepwater-Horizon-Unfall wenig gelitten. Viele Menschen wissen ja auch nicht, dass Aral zur BP-Gruppe gehört", erklärt Franke im Interview. Um dann weiter zu erklären: "Wenn man nicht mehr zur Tankstelle fährt, beschädigt man in erster Linie den Pächter. Was hat der Pächter aber mit dem Golf von Mexiko zu tun? Was haben die Mitarbeiter der deutschen BP mit dem Golf von Mexiko zu tun? Mit einem Boykott gefährdet man nur Arbeitsplätze."

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Ist BP von den Deutschen nicht als "böse" oder "schmutzig" augelegt und mit einem Boykott belegt worden:  die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. (Foto: Greenpeace)

Im Sommer noch war spekuliert worden, dass Unglück auf der Ölplattform "Deepwater Horizon" vom April könne das Ende des Konzerns BP bringen. Schadensersatzforderungen hatten den Konzern gezwungen, Schürf-Rechte zu verkaufen. Um im "Endkundengeschäft" nicht auch noch abzuschmieren, hatte BP Millionen-Euro-teure PR-Lügen verbreitet. BP ergatterte sich mit seiner deutschen Tankstellen-Tochter Aral im ersten Halbjahr den Mammut-Anteil am deutschen Kraftstoffmarkt - rund 23 Prozent. Dies ist nur ein halber Prozentpunkt weniger als Ende 2009. Der Branchenzweite Shell schafft es auf einen Marktanteil von 22 Prozent.

Mitte der 90er Jahre konnte Greenpeace noch mit einem Aufruf zum Tankstellenboykott Shell zum Einknicken bei der Brent Spar bewegen. Die Erdöl-Menge, die nach der Explosion der BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" tatsächlich in den Golf von Mexiko geflossen ist, übersteigt noch die bisherigen offiziellen Schätzungen. Zu diesem Schluss kommen Meeresforscher der Columbia University im Fachmagazin "Science": Den Untersuchungen zu Folge flossen demnach rund 700 Millionen Liter ins Meer - zehnmal mehr, die 1989 beim Unglück des Öltankers "Exxon Valdez" auslief.

"Nach dem 'Clean Water Act' der USA sind pro Barrel ausgelaufenen Öls 1.100 Dollar Strafe fällig", erklärt Franke nun im Interview. " Daraus ergibt sich in unserem Fall eine Strafe über 4,1 Milliarden Dollar. Das würde sich vervierfachen auf 16,4 Milliarden, wenn uns grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen würde. Davon gehen wir aber nicht aus." Und selbst wenn: BP hat für alle Fälle Rückstellungen in Höhe von 40 Milliarden Dollar gebildet.

klimaretter.info/reni

 

 

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