Stromlücke? Gibts nicht!
Der Klimalügendetektor - die "PR-Überwachungsmaschine" des Internetmagazins klimaretter.info - hatte wochenlang mit diesem Thema zu tun: Die Stromlücke. Wochenlang erklärte nämlich die Stromindustrie, würden die Atomkraftwerke abgeschaltet und keine neuen Kohlekraftwerke gebaut, droht Deutschland ein Versorgungsengpass - die Stromlücke. Und Versorgungsengpass bedeutet natürlich: Deutschland siecht dahin, die Wirtschaft bricht zusammen, ganze Landstriche veröden.

Geht auch Ohne: Kohlekraftwerk Niederaußem
Selbst die Politik glaubt solchen Quatsch: Deutschland brauche 9 bis 10 neue Kohlekraftwerke erklärte gestern Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. "Man kann nicht gleichzeitig die Atomkraftwerke stilllegen wollen und aus der Kohle aussteigen", so Deutschlands oberster Klimaschützer.
Jetzt hat das Umweltbundesamt nachgerechnet. Und siehe da: Man kann doch. Beziehungsweise: Man muss sogar aus Atomkraft und Kohle aussteigen! Mit neuen Kohlekraftwerken nämlich - so die Umweltbehörde der Bundesregierung - seien die selbstgesteckten Klimaziele (minus 40 Prozent Kohlendioxid bis 2020 im Vergleich zu 1990) nicht zu realisieren. "Keine neuen Kohlekraftwerke" fordern die Experten und meinen damit: Überhaupt keine neuen! Kraft-Wärme-Kopplung sowie Stromsparen seien der richtige Weg, neue Kohlendioxidschleudern dagegen der falsche.
Konkret sagen die Umweltbundesamtler, dass unter Beibehaltung des gesetzlich festgelegten Zeitplans (Novelliertes Atomgesetzes (AtG) vom 22. April 2002) trotz anstehender Stilllegungen von Kraftwerken genug Strom in Deutschland zur Verfügung stehen wird, falls die folgenden Ziele der Bundesregierung realisiert werden:
1. Senkung des Bruttostromverbrauchs um elf Prozent bis zum Jahr 2020 gegenüber 2005,
2. Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), vor allem auf Erdgas-Basis, um den Anteil von KWK-Strom auf 25 Prozent bis zum Jahr 2020 zu verdoppeln und
3. Ausbau der erneuerbaren Energien auf knapp 30 Prozent der Stromerzeugung bis zum Jahr 2020.
klimaretter.info/reni
Die Berechnungen des Umweltbundesamtes können Sie hier runterladen.
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