NRW sucht nach Gas
Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens geht davon aus, auf riesigen Gasfeldern zu sitzen. Der Zeitung Der Westen zufolge hat das Wirtschaftsministerium die Hälfte des Bundeslandes als mögliche Erkundungsfelder ausgegeben. Für mehrere Millionen Euro sollen nun Probebohrungen durchgeführt werden.

Bohrung nach Schiefergas in den USA - bald auch in NRW. (Foto: Energy Watch Group)
In erster Linie geht es dabei um das sogenannte unkonventionelle Erdgas, das in Gesteinen und in Kohleflözen eingelagert ist. Insbesondere das Schiefergas ist von Interesse. Das könnte den Gaspreis immens senken: Schiefergasfunde in den USA machten das Land nicht nur von einem Import- zu einem Exportland, sondern sorgten auch für ein Überangebot auf dem Weltmarkt.
Die größte Förderfläche hat sich dem Westen zufolge der US-Ölmulti ExxonMobil gesichert. Daneben sind auch anderen Energieunternehmen aus Australien, Kanada und Deutschland im Rennen. Dem NRW-Wirtschaftsministerium nach seien allerdings noch keine Genehmigungen für Probebohrungen erteilt worden, lediglich "Berechtigungen zum Aufsuchen".
Oliver Krischer, Energieexperte der Grünen, kritisierte, dass Fakten geschaffen würden, ohne die Öffentlichkeit zu infomieren. Auch müsse das Gas gefördert werden, ohne die Umwelt zu belasten. "Es ist möglich, dass Schiefergas einen Beitrag zur Verringerung der Importabhängigkeit Deutschlands beim Erdgas leisten kann. Es gilt nun, den Prozess so zu steuern, dass sämtliche Umweltstandards eingehalten werden."
In einer Studie der Energy Watch Group (EWG) vom Mai dieses Jahres heißt es, bei der Förderung von Schiefergas werden umweltschädliche kanzerogene und biozide Chemikalien freigesetzt. "Nicht zufällig nimmt die Erschließung der Shale-Vorkommen in den USA erst seit der Lockerung der Umweltgesetze für Öl- und Gasfirmen im Jahr 2005 deutlich zu", schreiben die Autoren. Problematisch sei auch der hohe Aufwand, der für die Förderung notwendig sei. Neu erschlossene Quellen zeigen der EWG zufolge kurzzeitig einen schnellen Förderanstieg, der jedoch häufig innerhalb eines Jahres auf die Hälfte zurückgehe.
klimaretter.info/jot
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