Ausbau von AKW Temelin auf Eis gelegt
Die Erweiterung des umstrittenen tschechischen Atomkraftwerks Temelin nahe der Grenze zu Österreich und Deutschland ist offenbar vorläufig gestoppt worden. Tschechische Medien berichten etwa unter Berufung auf den Prager Industrieminister Martin Kocourek, der Bau zweier neuer Reaktoren sei zunächst auf Eis gelegt worden.

Atomkraftwerk Temelin: Zwei neue Kraftwerksblöcke sind geplant. (Foto: Wikipedia)
Das AKW Temelin besteht derzeit aus zwei Kraftwerksblöcken, die seit den Jahren 2000 und 2003 in Betrieb sind. Der staatliche Energiekonzern ČEZ will Temelin um zwei weitere Reaktoren erweitern, die ursprünglich 2020 ans Netz gehen sollten. Tschechiens Ministerpräsident Petr Necas dementierte, dass bereits eine endgültige Entscheidung gegen den Bau der Reaktoren gefallen sei. Der ehemalige Industrieminister Milos Urban bezeichnete die Erweiterung Temelins als "unverzichtbar", räumte jedoch ein, dass eine Verzögerung des Ausbaus möglich sei.
Das Atomkraftwerk im Südwesten Tschechiens ist weniger als 100 Kilometer von den Grenzen zu Österreich und Bayern entfernt. Zuletzt protestierten Atom-Gegner gegen die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), die nach Angaben von Kritikern wie der Initiative Antiatom Szene nicht mit EU-Recht zu vereinbaren sei. Bemängelt wurde außerdem die Unklarheit beim Umgang mit dem anfallenden Atommüll.
Im "atomfreien" Österreich wurde zu Einwendungen gegen die Erweiterung des AKWs aufgerufen, bei dem seit Inbetriebnahme zahlreiche Zwischenfälle verzeichnet wurden: Mehr als 7.000 Menschen protestierten außerdem durch eine Online-Kampagne gegen das Projekt. Auch in Bayern hatten sich CSU-Politiker wiederholt gegen das tschechische AKW in Grenznähe ausgesprochen, dessen Betrieb als "sicherheitstechnisches Risiko" abgelehnt wird.
klimaretter.info/sam
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