Milliardengewinne für Atomkonzerne
Die Reaktionen kamen artig und prompt: Die großen Energiekonzerne begrüßten am Montag einhellig die Entscheidung der Bundesregierung zur Verlängerung der AKW-Laufzeiten um durchschnittlich 12 Jahre. "Belastungsschrauben" seien durch Brennelementesteuer und Abgabe für den Fonds zur Förderung Erneuerbarer Energien jedoch angezogen, hieß es auch, und dass der "deutlich überwiegende Teil möglicher Zusatzgewinne" abgeschöpft werde.

Abgeschriebene Atomkraftwerke bringen den großen Energiekonzernen Milliarden ein. (Foto: Wikipedia)
Eigentlich sollen nach dem Willen der Bundesregierung rund 50 Prozent der Zusatzgewinne aus längeren AKW-Laufzeiten abgeschöpft werden. Ob die Rechnung aufgeht, hat das Öko-Institut im Auftrag des WWF bereits nachgerechnet und die wirtschaftlichen Folgen der Beschlüsse zu den AKW-Laufzeiten untersucht. Ergebnis: Nur 28 Prozent der Zusatzgewinne werden abgeschöpft.
Das letzte Atomkraftwerk wird nach Berechnungen des Instituts 2037 vom Netz gehen. Bis dahin können die Konzerne schon bei stabil bleibenden Strompreisen mit Zusatzgewinnen von rund 58 Milliarden Euro rechnen. Steigen die Strompreise dagegen erwartungsgemäß leicht an, dürfen sich Eon, RWE, Vattenfall und EnBW bis 2037 über Zusatzgewinne von insgesamt 94 Milliarden Euro freuen.
Von den 94 Milliarden Euro fließen zwar 12,5 Milliarden Euro in die Sanierung des Haushalts und rund 14 Milliarden Euro in einen freiwilligen Klima- und Energieeffizienzfonds. Den satten Rest von 68 Milliarden Euro kassieren jedoch die vier großen Stromunternehmen.
klimaretter.info/sam
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