Lubmin: Gas- statt Kohlekraftwerk
Die Energiewerke Nord (EWN) wollen das Kraftwerksvorhaben am Standort Lubmin übernehmen und statt des ursprünglich geplanten Steinkohlekraftwerks ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk bauen. Das gab am Montag das Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern bekannt: "Damit ist der Bau eines Kohlekraftwerks endgültig vom Tisch", so Umweltminister Till Backhaus (SPD).

Fotomontage des geplanten Dong Kohlekraftwerks in Lubmin. Jetzt sucht die EWN nach Investoren für ein Gaskraftwerk.
Kurz vor Ende der gesetzten Frist der Genehmigungsbehörden sei die EWN in das Verfahren eingestiegen, so das Ministerium: Die Energiewerke Nord sind ein bundeseigenens Unternehmen dass für den Rückbau stillgelegter Atomkraftwerke in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Baden-Württemberg verantwortlich ist.
Ursprünglich hatte der dänische Energiekonzern Dong Energy in Lubmin ein Steinkohlekraftwerk mit einer Leistung von 1.600 Megawatt geplant. Nachdem der Konzern Kraftwerke in Emden und im britischen Huterston abgeblasen hatte, kam im vergangenen Dezember auch das Aus für das umstrittene Kohlekraftwerk Lubmin. Dong wolle sich künftig mehr auf Windenergie, Biomasse und Biogas konzentrieren, ließ der Konzern verlauten.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz äußerte sich vorsichtig zur Ankündigung des Ministeriums: Das Gaskraftwerk am Greifswalder Bodden sei bereits das dritte seiner Art, für den Greifswalder Bodden käme es durch Kühlwasserkreisläufe vermutlich zu ähnlichen negativen Effekten wie bei einem Steinkohlekraftwerk. Die endgültige Absage für ein Steinkohlekraftwerk am Standort Lubmin sei jedoch ein großer Erfolg von Bürgerinitiativen und Verbänden.
klimaretter.info/sam
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