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US-Studie: Solarstrom billiger als Atomstrom

Photovoltaik – das ist die teuerste Form, Strom aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Doch der Sonnenstrom ist bereits heute billiger zu haben als Elektrizität aus neuen Atomkraftwerken – zumindest im US-Bundesstaat North Carolina. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zweier Wirtschaftswissenschaftler im Auftrag der Umweltorganisation "NC Warn".

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Die Sonne wird billiger, das Atom immer teurer: So sieht der Trend für die Zukunft aus. (Bild: NC Warn/Screenshot)

North Carolina liegt an der Ostküste der Vereinigten Staaten. Mit fast 10 Millionen Einwohnern leben dort beinahe so viele Menschen wie in Baden-Württemberg. Die Solarindustrie ist zwar sehr klein, boomt aber. Die Gesamtkapazität beträgt gerade mal 13 Megawatt (MW), davon wurden allerdings 8 MW alleine im vergangenen Jahr installiert. Zum Vergleich: In Deutschland stehen Anlagen mit einer Kapazität von 9.000 MW.

Eine "historische Kreuzung" der Strompreise

Im US-Staat werden nun die Solarkosten erheblich sinken, prognostizieren die Autoren der Studie. Man sei nun an einer "historischen Kreuzung" angelangt, wenn man die Kosten für Solarenergie und Atomkraft vergleicht. Schon in den letzten Jahren ist die relativ teure Photovoltaik immer günstiger geworden, die Kostenschätzungen für neue Atomkraftwerke (zum Beispiel im finnischen Olkiluoto) hingegen wurden immer weiter nach oben korrigiert. Nun ist laut Studie der Punkt erreicht, an dem die beiden Energieträger gleich teuer sind. Ab jetzt werde Sonnenstrom immer billiger, Atomstrom immer teurer.

Die Autoren schreiben: "An vielen Orten weltweit, und hier in North Carolina, ist Solarstrom – einst der teuerste unter den erneuerbaren Energien – billiger geworden als Strom von neuen Atomkraftwerken." Während der umweltfreundliche Strom bereits ab 14 Cent pro Kilowattstunde zu haben ist, sie bei Atomstrom mit Kosten von 14 bis 18 Cent zu rechnen. Allerdings ist nicht jede Photovoltaikanlage gleich günstig: Auf Dächern kann der Strom bis zu 19 Cent kosten und damit immer noch mehr als der Strom aus dem Reaktor.

In 12 Jahren um die Hälfte billiger

In den letzten Jahren hat der US-Solarstrom bei den Preisen einen steilen Sturzflug hingelegt: Zwischen 1998 und 2008, also innerhalb von zehn Jahren, sind die Kosten für Neuanlagen um ein Drittel gefallen. Im letzten und in diesem Jahr wurde es nochmal günstiger, so dass die Photovoltaik heute nur noch halb so viel kostet wie im Jahr 1998.

In den nächsten zehn Jahren soll der Solarstrom nochmal um fast die Hälfte billiger werden. Die Ökonomen prognostizieren einen Strompreis von 7,5 Cent pro Kilowattstunden für das Jahr 2020. Dann sei die Photovoltaik-Energie auch ohne staatliche Hilfen wettbewerbsfähig. Heute sei das weder Solarstrom noch Atomstrom. In der letzten Woche hatte auch eine Studie im Auftrag des Energiekonzerns RWE ergeben, dass neue Atomkraftwerke ohne staatliche Subventionen unwirtschaftlich sind. In der US-Studie haben die Autoren jedoch versucht, für den Preisvergleich die heutigen Subventionen herauszurechnen.

Als Datengrundlage haben die Wissenschaftler Preisangaben der Solarindustrie sowie Zukunftsprojektionen der Wirtschaft und unabhängiger Institutionen verwendet. Laut Studie sind auch Windkraft, Solarwärme und Strom aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen billiger als Elektrizität aus neuen Reaktoren. Weltweit werden inzwischen mehr Anlagen für erneuerbare Energien installiert als für fossile Energieträger.

klimaretter.info/fw

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