Emissionsbremse für Kohlekraftwerke
In Großbritannien sollen keine neuen Kohlekraftwerke ohne Kohlendioxid-Abscheidung und Verpressung (CCS) gebaut werden. Wie Energie- und Klimaminister Chris Hune am Dienstag im ersten jährlichen Energie-Ausblick bekanntgab, sollen im November auch neue Emissionsstandards veröffentlicht werden. Kraftwerksbetreiber, die ihre Anlage unter einem bestimmten Effizienzlevel betreiben, müssen demnach mit Sanktionen rechnen.

Minister Chris Hune auf einer CCS-Konferenz Anfang Juli. (Foto: DECC)
Energiekonzerne wie Eon und RWE hatten die Planung für neue Kohlekraftwerke nur zurückhaltend vorangetrieben, weil die künftige Regulierung unklar war, schreibt die Financial Times. Bereits im März hatte die britische Regierung erklärt, die Entwicklung der umstrittenen CCS-Technik an Kohlekraftwerken mit mehreren Millionen Pfund zu unterstützen, darunter das Kraftwerk Longannet des spanischen Konzern Iberdrola und das zwischenzeitlich auf Eis gelegte Eon-Kraftwerk Kingsnorth. Erste Ankündigung zum Wettbewerb um CCS-Gelder gab es nach Angaben der Financial Times bereits 2007. Welches Kraftwerk subventioniert werden soll, sei noch unklar, hieß es dagegen am Dienstag. Bis 2011 sollen jedoch vier Kraftwerke ausgewählt werden, an denen die CCS-Technik mit Regierungsgeldern erprobt werden soll.
Der jährliche Energie-Ausblick ist eine Erfindung der Koalition von Tories und Liberaldemokraten, die in Großbritannien seit Mai an der Macht sind. "Die Ära der billigen und im Überfluss vorhandenen Energie ist vorbei", sagte Hune. "Wir müssen intelligente Wege finden um Energie besser zu erzeugen, zu nutzen und zu schätzen zu wissen". Eine Stromlücke werde es beim Übergang in eine kohlenstoffarme Energieversorgung nicht geben, so der Energieminister. Zur kohlenstoffarmen Energieversorgung wird im Energie-Ausblick neben Erneuerbaren Energien und der CCS-Technik auch die Atomkraft genannt. Im Herbst plant die Regierung dazu eine Überarbeitung der nationalen Atompolitik vorzulegen.Im Energie-Ausblick zeigt dir britische Regierung Wege auf, wie bis 2050 etwa 80 Prozent der Emissionen gesenkt werden können. Außerdem wird der Zeitplan für 32 Maßnahmen in Bereichen wie Energieeinsparungen, intelligente Stromzähler oder Reformen des Elektrizitätsmarkts aufgezeigt. Die britische Regierung will künftig auch der Verbrennung von Biomasse unter verschärften Regulierungen zur Nachhaltigkeit wieder stärker fördern.
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