Desertec soll in Marokko starten
Die Desertec-Projektgesellschaft plant den ersten Kraftwerkspark. Der soll "möglichst schnell" in Marokko entstehen, sagte Paul van Son, Leiter des Wüstenstrom-Projekts im Handelsblatt. Chief Operating Officer Rainer Aringhoff sei gerade dort gewesen, um geeignete Standorte zu begutachten.

Desertec-Pläne: Blau sind Windfarmen, rot die solarthermischen Sonnenkraftwerke, gelb die Photovoltaik, grün die Biomasse, hellblau die Wasserkraft und braun steht für die Geothermie. (Graphik: Desertec Foundation)
500 bis 1.000 Megawatt Leistung sollen die Kraftwerke in Marokko erzeugen. Das will die Initiative mit Solarthermie, Photovoltaik und Windkraft erreichen. Man wolle sowohl für den marokkanischen als auch für den europäischen Markt produzieren, sagte van Son. Von Marokko führe bereits eine Leitung nach Spanien.
Das Projekt Desertec sieht vor, Strom aus solarthermischen Kraftwerken in Nordafrika und dem Nahen Osten zu erzeugen und nach Europa zu transportieren. Künftig könnten so 15 Prozent des europäischen Strombedarfs gedeckt werden. Kritiker des Projekts fürchten eine Art von Energieimperialismus. Anderen missfällt, dass Desertec von der Großindustrie getragen wird und verlangen, dass sich Europa auf die dezentrale Energieerzeugung in Europa konzentriert. Und wieder andere befürchten, dass Europa von Stromimporten aus unsicheren Lieferländern abhängig wird.
"Ich halte nichts davon, Strom über weite Strecken zu transportieren, um bei uns eine angebliche Stromlücke zu schließen" kommentierte Matthias Willenbacher, Gründer und Vorstand des Erneuerbare-Energien-Unternehmens juwi in einem Interview mit Klimaretter.info. "Wir begeben uns damit erneut in die Abhängigkeit der großen Energiekonzerne. Die Konzerne können ihr Monopol festigen, der Strom muss über weite Strecken transportiert werden – beides macht den Strom teuer."
klimaretter.info/jot
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Strom aus der Wüste soll Europa und die nordafrikanischen Staaten mit klimafreundlicher Energie versorgen – die Idee ist alt und verlockend, doch so richtig kommt sie nicht voran. Das soll sich ändern: In Berlin findet derzeit mit viel Polit-Prominenz die Desert Energy Conference statt. Im klimaretter.info-Interview verteidigt Paul van Son, Geschäftsführer der privatwirtschaftlichen Industrieinitiative Desertec, die Idee vom Wüstenstrom.
Auf einer zweitägigen Konferenz in Kairo bahnt die sogenannte Desertec-Initiative weitere Partnerschaften an. Neben dem Referenzprojekt in Marokko sind auch Anlagen in Tunesien und Algerien geplant
Die Desertec-Initiative plant ein riesiges Solarkraftwerk in Marokko. Der Wüstenstrom soll spätestens im Jahr 2016 fließen
In Marokko beginnen die Arbeiten für den größten Solarpark der Welt. Die Anlage mitten in der Wüste hat das nordafrikanische Land selbst geplant und wird auch den Strom selbst verbrauchen. Marokkos Stromversorgung beruht bisher größtenteils auf importierten Rohstoffen. Das Land wird also klima- und umweltfreundlicher, aber vor allem auch ein Stück weit unabhängiger.
Das Wüstenstromprojekt Desertec kommt nicht voran. Die politischen, technischen und finanziellen Hürden, die für das Milliardenunternehmen zu überwinden wären, sind bislang doch eine Nummer zu groß. Nun kritisiert einer der Gründungsstifter auch noch die Strategie der Desertec Industrial Initiative DII als falsch und wirkungslos.
Am Wochenende ist im rheinland-pfälzischen Wörrstadt die Einweihung des wohl energieeffizientesten Bürogebäudes der Welt gefeiert worden. Gebaut hat es die Juwi AG, eines der führenden deutschen Erneuerbare-Energien-Unternehmen. Wir sprachen dazu mit Juwi-Vorstand Matthias Willenbacher, der seit 1. Juli auch einer der Herausgeber von Klimaretter.info ist.
Wüstenstromprojekt kündigt Bau einer Referenzanlage ab 2013 an
Französischer Energiekonzern plant größten Windpark Afrikas
Das Wüstenstromprojekt von RWE, Siemens und Co. heißt nicht mehr Desertec. Stattdessen soll es nun unter DII GmbH bekannt werden, damit es künftig keine Verwechslungen mehr mit der Desertec Stiftung gibt
Der Projektierer für erneuerbare Energien plant außerdem seinen Umsatz 2011 von 800 Millionen auf 1,1 Millionen Euro zu steigern
Die laufende Desertec-Konferenz in Berlin musste das erste konkrete Projekt von EU-Staaten und Marokko auf die lange Bank schieben.
Ein Netz aus Windparks und Sonnenkraftwerken soll Nordafrika, den Nahen Osten und zu einem kleineren Teil auch Europa mit Strom versorgen. Das Projekt mit dem Namen Desertec ist aber nicht nur energiepolitisch interessant. Es bietet die Chance, Europas südliche Nachbarländer zu stabilisieren. Am Mittwoch wird das Projekt als "Ausgewählter Ort" ausgezeichnet.
Die neue Stiftung "100% erneuerbar" will den Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigen. Mit Geschäftsführer Michael Lengersdorff sprach klimaretter.info über den Sinn dieser Stiftung und deren mögliches politisches Gewicht.


