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100 Prozent Erneuerbare sind möglich

Bis Mitte des Jahrhunderts lässt sich die deutsche Stromversorgung vollständig auf erneuerbare Energien umstellen. Das geht aus einer Studie des Umweltbundesamts hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Um die Vollversorgung aus Erneuerbaren zu ermöglichen, müssten frühzeitig die richtigen politischen Weichen gestellt werden, sagt UBA-Chef Jochen Flasbarth: "Je früher, je entschlossener wir handeln, desto mehr Zeit bleibt uns für die notwendigen technischen und gesellschaftlichen Anpassungen".

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Eine Vollversorgung aus regenerativen Energiequellen ist bereits 2050 möglich. (Foto: Brigitte Hiss/BMU)

Die Dessauer Umweltbehörde hat für die Studie "Energieziel 2050: 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen" in mehreren Grundszenarien untersucht. Für eine Vollversorgung aus regenerativen Quellen muss demnach ein "Regionenverbund" angepeilt werden, in dem alle Regionen Deutschlands ihre Potenziale für Erneuerbare weigehend ausnutzen und ein deutschlandweiter Stromaustausch stattfindet. Energierzeugung, Speicher und Lastenmanagement sind in diesem Szenario gut aufeinander abgestimmt, um Fluktuationen jederzeit ausgleichen zu können. Netze und Speichersysteme wurden ausgebaut und Möglichkeiten zum Strom sparen durch Energieeffizienz ausgeschöpft.

Damit würde auch die Importabhängigkeit von Energieträgern deutlich reduziert, so das UBA: Die Primärenergieversorgung von Deutschland beruhte im Jahr 2008 zu 70 Prozent auf Importen von Kohle, Erdgas, Öl und Uran. Gleichzeitig ist die Stromerzeugung für mehr als 40 Prozent der gesamten deutschen Treibhausgas-Emissionen veranwortlich.

"Wenn wir die Treibhausgasemissionen um 80 bis 95 Prozent verringern wollen, müssen wir die Stromversorgung auf Erneuerbare Energien umstellen", sagt Flasbarth. Nur so sei es möglich, den CO2-Ausstoß in der Stromerzeugung auf Null zu senken. Auch die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags, der Sachverständigenrat der Bundesregierung oder Greenpeace hätten bereits aufgezeigt, dass eine Vollversorgung durch Erneuerbare in Deutschland möglich und ökonomisch sinnvoll ist.

"Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich auf die unzähligen Studien und Gutachten der Experten zu hören, statt eine Interessenpolitik für EnBW, Eon, RWE und Vattenfall zu betreiben", kommentierte Klima-Allianz-Sprecher Jürgen Maier die Studie: Getrieben von den großen Energiekonzernen behaupte die schwarz-gelbe Koalition, Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken und neue Kohlekraftwerke seien nötig. Im Aktionsplan Erneuerbare Energien gehe die Bundesregierung dagegen selbst davon aus, dass Deutschland 2020 bereits 38,6 Prozent Erneuerbaren-Strom haben wird..

klimaretter.info/sam 

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