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Eon will in Lubmin Gaskraftwerk bauen

Jetzt ist ein Zweikampf um Lubmin entbrannt: Der dänische Staatskonzern Dong energy plant dort ein Steinkohlekraftwerk. Jetzt will Eon gemeinsam mit Gazprom ein Gas- und Dampfturbinenwerk (GuD) in Lubmin bei Greifswald bauen und betreiben. Eine entsprechende Absichtserklärung für das GuD-Kraftwerk sei am Freitag unterzeichnet worden, teilte Eon. Was aber noch nichts Finales heißt: Die Entscheidung über eine tatsächliche Investition für das 1.200 Megawatt leistungsfähige Kraftwerk will Eon erst im Jahr 2009 treffen.

Die Pläne machen Sinn: Gazprom und Eon treiben das Ostseepipeline-Projekt voran, mit dem russisches Gas festlandunabhängig nach Deutschland geliefert werden soll. (Am Projekt ist auch noch Wingas beteiligt, die aber mittlerweile von Gazprom zu 50 Prozent aufgekauft wurde). Die Gasleitung soll nahe Lubmin das Festland erreichen. Die GuD-Technik ist klimafreundlich, weil sie einen Wirkungsgrad gudheizkraftwerkkoelnniehl.jpgvon bis zu 85 Prozent erreichen kann. Zum Vergleich: modere Steinkohle-Kraftwerke bringen es gerade so auf die Hälfte. Falls das Kraftwerk gebaut wird, soll es eine Kapazität von 1200 Megawatt haben und 2011 ans Netz gehen.

Foto: Auch nicht schön, aber wenigstens sehr effektiv: das GuD-Kraftwerk in Köln - wikipedia

Das dürfte den dänischen Staatskonzern Dong überhaupt nicht erfreuen: Die Dänen wollen ebenfalls in Lubmin ein Kraftwerk bauen, allerdings ein Kohlekraftwerk mit 1.600 Megawatt, das für den Klimaschutz deutlich problematischer ist. Deshalb startete vor 14 Tagen eine Volksinitiative gegen den Bau. Technisch erscheint die Netzkapazität bei Lubmin derzeit so, dass nicht zwei Kraftwerke ihren Strom ins Netz einspeisen können. Zumal vor der Ostseeküste ein Offshore-Windpark entstehen soll und es in Vorpommern auch an Land ehrgeizige Biomasse- und Windenergie-Pläne gibt.  

Eon hatte bereits im Dezember angekündigt, Gazprom an Kraftwerken in West- und Mitteleuropa zu beteiligen. Auch unterirdische Gasspeicher wollten Eon und Gazprom gemeinsam betreiben. Im Gegenzug sichert sich der deutsche Konzern Anteile am riesigen sibirischen Gasfeld Juschno Russkoje. An dem Kraftwerk in Lubmin wollen sich beide Firmen zu je 50 Prozent beteiligen.

klimaretter.info/reni

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