Stahlindustrie fürchtet Klimapläne der EU
Die Stahlwirtschaft wehrt sich gegen die Klimapläne der EU. "Für die westeuropäische Stahlindustrie wäre die Pflicht zum Kauf der Emissionsrechte eine Katastrophe", sagte Ekkehard Schulz, Chef des größten deutschen Stahlkochers ThyssenKrupp, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Sollten die hiesigen Stahlproduzenten - wie von der EU geplant - die Berechtigungsscheine zum Ausstoß von co2 künftig bezahlen, so die Argumentation, könnten sie nicht mehr mit Lieferanten aus Osteuropa, Amerika und Asien konkurrieren.

Branchenvertreter sollen nun in Brüssel Industriekommissar Günter Verheugen darlegen, dass die beabsichtigte Regelung mehr als 300.000 Arbeitsplätze in der Stahlbranche bedrohe. Die EU-Kommission plant für die Zeit ab 2013 strengere Regeln für den EU-weiten Emissionshandel. Stromerzeuger sollen dann sämtliche zum Betrieb ihrer Kraftwerke erforderlichen co2-Zertifikate ersteigern. Nach Informationen der "FAZ" hat sich die Bundesregierung nun in einem Positionspapier für den Schutz energieintensiver Industrien vor zu scharfen Auflagen ausgesprochen.
Allein die Stahlwerke von Thyssen-Krupp emittieren derzeit rund 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich, vier Fünftel davon stammen aus den Hochöfen. Bei einem Preis von 50 Euro, rechnet Schulz vor, kämen auf sein Unternehmen Zusatzkosten von einer Milliarde Euro zu. "Das wäre für uns existenzbedrohend", so Schulz. Derzeit liegt der Preis für ein Zertifikat, das zum Ausstoß einer Tonne co2 berechtigt, bei etwa 22 Euro.
In seiner gestrigen Regierungserklärung zum Klima stellte sich Umweltminister Sigmar Gabriel auf die Seite der Industrie. Er verlangte im Bundestag, die EU solle weltweite Wettbewerbsverzerrungen durch hohe Umweltauflagen vermeiden. Für "Industriebranchen, die nicht zum Stromsektor gehören" und die "im internationalen Wettbewerb stehen und die den Stand der Technik" erreicht haben, sollten "eine kostenlose Zuteilung von Emissionsberechtigungen erhalten, solange die internationalen Klimavereinbarungen dafür keine gleichen Wettbewerbsbedingungen vorsehen."
klimaretter.info/alf
Die Schlagzeilen um 01 Uhr
In dieser Woche am meisten gelesen
Meinungen: Etscheits Alltagsstress
Danke, lieber Fritz Vahrenholt! Energiekonzerne können bohren, fracken und teersanden so viel sie wollen, ohne dass ihnen linksradikale Umweltschützer noch in die ölige Suppe spucken können. Alles wird gut. Vielen Dank, liebe Sonne! Vielen Dank, Fritz Vahrenholt! [mehr...]
Meinungen: Kommentar
Keine Blackout-Angst Der Winter ist kalt und das Stromnetz bleibt stabil - die Energiewende führt nicht zum befürchteten Blackout.Ein Kommentar von Joachim Wille [mehr...]
Jahresrückblick
2011: Das Jahr der Rekorde
Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, Bundeskanzlerin Angela Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Hamburger Mucken auf. Neuer Schmelzrekord in der Aktis, neuer Emissionsrekord in der Atmosphäre und so viel Flugpassagiere wie noch nie - der Jahresrückblick 2011. [mehr]
Aktion des Monats In den USA formieren sich Lobbyisten nachdem US-Behörden dem Gitarrenbauer Gibson die Einfuhr von illegalen Tropenhölzern nachweisen konnten. Vorn dabei: Die rechtskonservative Tea Party. Gemeinsam wollen diese das Lacey-Gesetz, dass den Import der Tropenhölzer für illegal erklärt, kippen. [mehr] | Durban 2011 Was war die 17. UN-Klimakonferenz - eine weitere Pleite der Diplomatie oder der Startschuss für das bitter nötige globale Klimaabkommen? Alle Berichte unserer Korrespondentinnen und Korrespondenten aus Südafrika können Sie im Durban-Dossier nachlesen. [mehr] |
Neue Klimaretter-Serie
Die Gesetze der Energiewende
Diesmal soll sie gelingen, die Energiewende. Die schwarz-gelbe Regierung hat dafür umfangreiche Gesetze verabschiedet - oft mit Stimmen der Opposition. In einer Serie analysiert klimaretter.info, was drin steht in den Gesetzen. Und was von ihnen zu halten ist.
Lexikon Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr] | In eigener Sache Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann unterstützen Sie uns, denn unabhängiger Journalismus kostet Geld. Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...] |
Bild & Vahrenholt: Die Lüge von der CO2-Lüge
Der Chef des Springer-Verlags, Matthias Döpfner, hat vor Jahren mal über sein Boulevardblatt Bild gesagt: „Wer mit ihr im Aufzug nach oben fährt, der fährt auch mit ihr im Aufzug nach unten.“ Das betrifft offenbar nicht nur Promis, sondern auch[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Klimaretter-Dossiers
Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs
Klimakonferenz-Specials
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13



In mehr als 400 deutschen Städten halten Atomstrom-Gegner Mahnwachen für die Opfer in Japan ab: Vor dem Kanzleramt ist die Opposition prominent vertreten, aber für Gabriel, Roth, Trittin und Co. wird die Mahngewache richtig schmerzhaft. Bundeskanzlerin Merkel will heute erste Atomkraftwerke abschalten lassen, während die Lage in Japan aus dem Ruder gerät.
Nach den Verhandlungen ist vor den Verhandlungen - bis Kopenhagen 2009 folgen noch viele "Gipfel"
Energie- und Klimaprogramm enthält nur noch 14 von einst geplanten 30 Punkten / Grüne: "Mogelpackung"
Wie vom Gesetzgeber einst avisiert, steht derzeit eine Revision der EEG-Fördersätze an. Und wie immer geht es nicht um Energie - sondern um Ideologie.
Nick Reimer im VideoBlog - und das Abschlussdokument der Konferenz im englischen Original, der "Bali Action Plan"
Chef des Klimasekretariates sieht deutsches Klimaziel durch den Bau neuer Kohlekraftwerke in Gefahr



