EU: 50 Milliarden Euro für Energieforschung
Nach Einschätzung der EU-Kommission sind im nächsten Jahrzehnt 50 Milliarden Euro für die Energieftechnologieforschung nötig. „Wenn wir es ernst meinen mit dem Klimaschutz, haben wir keine Wahl", so Energiekommissar Andris Piebalgs gegenüber der dpa.

Die EU will Solarenergie massiv voranbringen - setzt aber auch auf Kohle- und Atomkraft. (Foto: European Communities, 2009)
Drei Milliarden Euro steckt die Europäische Union derzeit jährlich in die Entwicklung klimafreundlicher Technologien. Das Investitionsvolumen müsse auf acht Milliarden nahezu verdreifacht werden, so die Kommission am Mittwoch in Brüssel. Gelder für die Energietechnologieforschung sollen etwa aus den nationalen Haushalten, durch den EU-Emissionshandel oder von der Privatwirtschaft zur Verfügung gestellt werden.
Die Kommission hat gemeinsam mit Industrie und Wirtschaftskreisen Roadmaps für sechs ausbaubare Schüsseltechnologien erstellt, die eine kohlendioxidarme Energieversorgung fördern sollen. Neben Wind- und Sonnenenergie (6 bzw. 16 Milliarden Euro), Elektrizitätsnetzen (2 Milliarden) und der Bioenergie (9 Milliarden) sollen jedoch auch die umstrittene Kohlendixid-Abscheidung und - Speicherung CCS (13 Milliarden) und die Atomkraft (7 Milliarden) vorangetrieben werden.
Umweltorganisationen halten deshalb wenig von der Strategie der EU-Kommission: Das Papier bringe wenig Neues und vor allem keine klaren Finanzzusagen, bemängelt Jason Anderson, Leiter Klima und Energie für die EU-Politik bei WWF International. „Die Kommission hat sich auf ein neues zwischen zwei Stühle gesetzt", kritisiert auch Energieexpertin Frauke Thies von Greenpeace in Brüssel: Sie erkenne zwar den Bedaf an Erneuerbaren Energien und Effizienz an, beuge sich aber dem Druck, veraltete Technologien wie Kohle oder Atomkraft mit zu finanzieren und setze der Konkurrenz der Erneuerbaren zu konventioneller Energieerzeugung wenig entgegen. Bereits heute seien etwa in Deutschland Stromnetze bereits durch Kohle- und Atomstrom blockiert und würden die Windenergie außen vor lassen. „Ohne die richtigen Maßnahmen wird sich das Problem in ganz Europa noch verschlechtern".
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