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Stromexport 2017 erneut gestiegen

Deutschland bleibt Europas größter Nettostrom-Exporteur: Gut 60 Terawattstunden (Milliarden Kilowattstunden) verkaufte die Bundesrepublik im vergangenen Jahr per Saldo ins Ausland (siehe Grafik). Das sind vier Terawattstunden mehr als im Vorjahr und 2,5 Terawattstunden mehr als im bisherigen Rekordjahr 2015. Das zeigt die Auswertung des Stromjahrs 2017, die der Thinktank Agora Energiewende jetzt in einem 64-seitigen Papier vorgelegt hat.

BildStromexportmeister: Leider kein Titel, auf den man stolz sein könnte. (Grafik: Agora Energiewende)

2012 lag der Export-Saldo erst bei 25 Terawattstunden. Innerhalb von fünf Jahren hat sich Deutschlands Nettostrom-Export damit mehr als verdoppelt. Die neue Rekordmarke von 60 Terawattstunden entspricht rund einem Zehntel des in Deutschland verbrauchten Stroms.

Für die Kraftwerksbetreiber ist das ein gutes Geschäft. Sie nahmen unterm Strich rund 1,4 Milliarden Euro ein. Exporteinnahmen von 3,3 Milliarden Euro standen dabei Importkosten von 1,9 Milliarden gegenüber.

Was den Börsenstrompreis betrifft, ist Deutschland laut Agora-Papier inzwischen fast konkurrenzlos billig: mit 3,4 Cent pro Kilowattstunde. Nur in Skandinavien muss an der Strombörse noch weniger gezahlt werden.

Würde man dem Beispiel Großbritanniens folgen und im EU-Emissionshandel einen CO2-Mindestpreis von 30 Euro pro Tonne einführen, würde sich der Strompreis an der Börse um nur zwei Cent pro Kilowattstunde erhöhen, rechnet die Denkfabrik vor. Im Gegenzug würden aber auch die CO2-Emissionen aus der Kohleverstromung sinken.

Diese sind für Deutschland nach wie vor ein großes Problem. Schon das dritte Jahr in Folge sind die deutschen Emissionen nicht mehr gesunken – weil immer noch zu viel Kohle verstromt wird. "Wenn die künftige Regierung hier nicht schnell gegensteuert, wird Deutschland seine Klimaschutzziele für 2020 und auch für 2030 massiv verfehlen", kommentierte Agora-Chef Patrick Graichen die Ergebnisse der Jahresanalyse.

Dabei liegt der Anteil der Erneuerbaren am Strommix inzwischen bei 36 Prozent. Am Neujahrsmorgen gegen sechs Uhr versorgte sich Deutschland sogar erstmals komplett mit Ökostrom.

klimaretter.info/vk

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