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Energiebedarf folgt der Konjunktur

Im zu Ende gehenden Jahr ist der Energieverbrauch Deutschlands auf 461,5 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten gestiegen und liegt damit um 0,8 Prozent höher als 2016. Das ergaben vorläufige Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, einer Einrichtung der konventionellen Energiewirtschaft. Zugelegt haben danach erneuerbare Energien, Öl und Gas. Kohle und Atomkraft gingen leicht zurück. Beim energiebedingten CO2-Ausstoß rechnet die AG Energiebilanzen für 2017 mit einer Stagnation.

BildWährend in den Kraftwerken der Einsatz von Steinkohle abnahm, verbrauchte die deutsche Stahlindustrie mehr von dem fossilen Energieträger. (Foto: Felix Montino/​Flickr)

Für den Verbrauchsanstieg wird vor allem die gute Konjunktur verantwortlich gemacht. Nach der jüngsten Prognose der Wirtschaftsforscher des DIW Berlin von Mitte Dezember kann Deutschland 2017 mit einem Wachstum von 2,2 Prozent rechnen. Der Konsum im Inland, schreiben die Forscher, sei kräftig. Wegen der florierenden Weltwirtschaft stiegen auch die Exporte stärker an als zuvor.

Das Plus bei den Erneuerbaren erklärt die AG – wie schon die jüngste Statistik des Branchenverbandes BDEW – vor allem mit guten Windverhältnissen an Land und auf See, einer etwas höheren Zahl von Sonnenstunden sowie dem generellen Zubau bei der erneuerbaren Stromerzeugung.

Im Einzelnen erhöhten die Erneuerbaren ihren Beitrag um gut sechs Prozent. Dabei ging die Stromerzeugung aus Wasserkraft (ohne Pumpspeicher) gegenüber 2016 infolge der Witterung um rund vier Prozent zurück. Windstrom nahm dagegen kräftig zu – um 34 Prozent. Bei der Solarenergie – Solarwärme plus Photovoltaik – kam ein Zuwachs von fünf Prozent zustande.

Desweiteren erhöhte sich in diesem Jahr der Ölverbrauch um drei Prozent, vor allem weil mehr Kraftstoffe und leichtes Heizöl eingesetzt wurden. Erdgas verzeichnete sogar ein Plus von gut fünf Prozent. Gründe sind der vermehrte Einsatz von Erdgas in Kraftwerken sowie zum Heizen. Steinkohle ging deutlich um mehr als zehn Prozent zurück. Diese Energiequellen werden laut der AG durch Erneuerbare und Erdgas-Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung verdrängt. Außerdem seien mehrere Steinkohlekraftwerke vom Netz gegangen.

Die Stromerzeugung aus Braunkohle nahm laut der vorläufigen Bilanz um nur ein Prozent ab. Bei der Atomkraft kam es aufgrund von Kraftwerksrevisionen zu einem Rückgang um zehn Prozent.

klimaretter.info/jst

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