"Fossil-Umlage" toppt EEG-Kosten

Am heutigen Montag werden die vier großen Netzbetreiber – wie jedes Jahr Mitte Oktober – die Höhe der EEG-Umlage für das kommende Jahr verkünden. Derzeit liegt sie bei 6,88 Cent pro Kilowattstunde verbrauchten Stroms. Für 2018 wird mit einer leichten Absenkung gerechnet. Wie auch immer die Änderung ausfallen wird, auf jeden Fall gibt es dann eine Zahl, die zumindest offiziell anzeigt, wie viel Geld in Deutschland für die Förderung der Erneuerbaren in die Hand genommen wird. Bei den konventionellen Energieträgern ist dies nicht so einfach möglich. Eine neue Untersuchung schlüsselt nun die Zusatzkosten der Fossilen genau auf. 

BildStehen nicht auf der Stromrechnung, müssen aber trotzdem bezahlt werden: Zusatzkosten konventioneller Energien. (Foto: Julian Schwarzenberg/​Tekke/​Flickr)

"Was Strom wirklich kostet" heißt die 146-seitige Vergleichsstudie, die zwei Ökonomen des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag des Energieunternehmens Greenpeace Energy erstellt haben. Demnach verursachen die konventionellen Energieträger Zusatzkosten von rund 40 Milliarden Euro jährlich. Diese tauchen – anders als bei den Erneuerbaren – nicht im Strompreis auf, sind also "versteckte Kosten". Bereits Anfang 2015 hatte sich der Thinktank in einer Studie mit dem Thema beschäftigt.

Die "versteckten Kosten" von Kohle, Atomkraft und Gas setzen sich zusammen aus staatlichen Finanzhilfen und Steuervergünstigungen. Dazu kommen "hohe Folgekosten durch Umwelt- und Klimaschäden" sowie "das mit der Atomenergie verbundene Risiko nuklearer Unfälle", führt das Papier aus.

Würde man diese Kosten – so wie bei der EEG-Umlage – auf die Verbraucher umlegen, entstünden Kosten von elf Cent pro Kilowattstunde, haben die FÖS-Ökonomen errechnet. Diese "Konventionelle-Energien-Umlage" wäre demnach anderthalbmal so hoch wie die Umlage für die Erneuerbaren.

"Die verdeckten Kosten sollten eingepreist werden", forderte Marcel Keiffenheim von Greenpeace Energy mit Blick auf die Studienergebnisse. "Das wäre fair." Jeder Energieträger solle die Kosten tragen, die er verursacht. "Konservative und Liberale sagen immer, sie wollen mehr Markt, mehr Vernunft und weniger Ideologie", sagte Keiffenheim. "Das finde ich gut – wenn es denn so wäre."

Um zu einem faireren Wettbewerb zwischen den Energieträgern zu kommen, sollten die Rahmenbedingungen auf dem Strommarkt verändert werden, empfehlen die FÖS-Experten. Dazu zählen sie die Einführung eines nationalen CO2-Mindestpreises, die Harmonisierung der Energiebesteuerung und den Abbau umweltschädlicher Subventionen.

klimaretter.info/vk

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