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Australiens Emissionen steigen und steigen

Australien stößt durch seinen Energieverbrauch derzeit so viel Treibhausgas aus wie nie zuvor. Nach einer Analyse der Denkfabrik The Australia Institute liegen die CO2-Emissionen des Landes auch über denen des Jahres 1990, das die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen üblicherweise als Vergleichsjahr nutzt. Australien ist zwar nicht das einzige Land mit einer solchen Entwicklung – aber das einzige wohlhabende Industrieland.

BildSteinkohletagebau in Westaustralien: Australien setzt auf Kohle – noch stärker als andere Industrieländer der Welt. (Foto: Calistemon/​Wikimedia Commons)

Unter den Staaten, die die Klimarahmenkonvention aufgrund ihrer Wirtschaftskraft zum Klimaschutz verpflichtet, ist mit dem Schwellenland Türkei nur noch ein weiteres Land mit derartigen Rekordemissionen.

Der zurzeit zu beobachtende Anstieg liege nur zum Teil daran, dass im jetzt zu Ende gehenden australischen Winter mehr geheizt wurde, erklärte Hugh Saddler, Energieexperte und Ehrenprofessor an der Australian National University. "Ein entscheidendes Merkmal von Australien im Vergleich zu anderen Industriestaaten ist, dass das Land sich immer noch stark auf die Kohleverstromung verlässt", sagte Saddler, der die Analyse ausgeführt hat. "Wir tun nicht genug dagegen und wir tun es nicht schnell genug." Außerdem vernachlässige Australien die Verkehrswende, so Saddler.

Australiens konservativ-liberale Regierung fährt seit vielen Jahren einen kohlefreundlichen Kurs. Klimaschützer hatten sich erhofft, dass das Ausscheiden des ehemaligen Premiers Tony Abbott vor zwei Jahren das ändern würde. Abbott ist als Leugner des menschengemachten Klimawandels bekannt. Sein Nachfolger Malcolm Turnbull erkennt den wissenschaftlichen Sachstand zwar an, kündigte aber schon am ersten Tag seiner Amtszeit an, Abbotts Klimapolitik fortführen zu wollen.

klimaretter.info/scz

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