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"FDP gefährdet deutsche Unternehmen"

Während die Staats- und Regierungschefs der G20 ab Freitag in Hamburg gipfeln und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Eindämmung des Klimawandels ganz nach oben auf die Agenda des zweitägigen Treffens gesetzt hat, droht Deutschland bei der Energiewende zurückzufallen. Davor hat der Bundesverband Windenergie (BWE) am heutigen Mittwoch gewarnt. Die Bundesrepublik könnte ihre Vorreiterrolle bei der Energiewende verlieren, sagte BWE-Chef Hermann Albers. Statt in die Kostendebatte der Vergangenheit zu verfallen, müsse der Blick nach vorn gerichtet werden. Windenergie und Photovoltaik hätten längst gezeigt, dass die erneuerbaren Energien wettbewerbsfähig seien.

BildDas gefällt FPD-Chef Christian Lindner nicht. Warum er fossile Oligopole einer mittelständischen Zukunftsbranche vorzieht und das mit "Marktwirtschaft" begründet, bleibt sein Geheimnis. (Foto: Energieagentur NRW)

"Deutschland ist Technologieführer in einem international stark wachsenden Markt", sagte Albers. Die gute Position in der Welt habe ihre Basis in einem starken Heimatmarkt. Wer diesen leichtfertig infrage stelle, gefährde die Position deutscher Unternehmen in einem der weltweiten Zukunftsmärkte. "Mit Blick auf die Diskussionen, die der Koalitionsvertrag in Nordrhein-Westfalen auslöst, bleibt festzustellen: Die Windbranche sichert in ganz Deutschland 143.000 Arbeitsplätze, davon 18.400 in NRW", so Albers weiter. Zwei Drittel der Beschäftigung werden durch den Export gesichert. 

Laut dem Koalitionsvertrag, den CDU und FDP vor drei Wochen unterzeichnet haben, soll der Ausbau der Windkraft in Nordrhein-Westfalen drastisch beschränkt werden. Für Windkraftanlagen will Schwarz-Gelb einen Mindestabstand von 1.500 Metern zu Wohngebäuden einführen. FDP-Chef Christian Lindner hat nun erneut eine "marktwirtschaftliche Wende bei der Energiepolitik" gefordert. Lindner bemängelte, dass der Windstrom teilweise nicht genutzt werde. Albers widersprach: Die fortschreitende Digitalisierung werde ebenso wie die Sektorenkopplung dazu beitragen, dass jede erzeugte Kilowattstunde auch genutzt werde.

Nach dem Willen von CDU und FDP soll auch das Sonderbaurecht für Windkraftanlagen in wirtschaftlich genutzten Wäldern fallen. Dabei sind die Hürden dafür schon jetzt erheblich. Gerade in monokulturellen Forsten, findet der BWE, könne die Nutzung der Windkraft sinnvoll sein, da die erforderlichen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen eine ökologische Aufwertung mit sich brächten. 

klimaretter.info/kir

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