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Solarstrom unterbietet sich weiter

Der durch die Ausschreibungen ausgelöste Preisverfall für erneuerbaren Strom setzt sich fort. Die Bundesnetzagentur hat jetzt die Förderhöhe für die zweite Solar-Ausschreibung nach dem EEG 2017 bekannt gegeben. Danach lag das höchste Angebot, für das Projektierer Solarstrom erzeugen wollen und das von der Behörde noch berücksichtigt wurde, bei 5,9 Cent je Kilowattstunde. In der ersten Solarausschreibung nach neuem EEG Anfang des Jahres hatte dagegen der niedrigste gebotene Wert noch bei sechs Cent gelegen.

BildDie Freigabe von Acker- und Grünflächen in benachteiligten Gebieten trieb diesmal die Konkurrenz in der Solarausschreibung voran und den Preis nach unten. (Foto: BSW-Solar/​First Solar)

Im Schnitt gingen die im Juni ausgeschriebenen 200 Megawatt für 5,66 Cent weg. Das entspricht einem Preisrückgang um etwa 14 Prozent gegenüber der ersten Ausschreibung. Einen Grund dafür sieht die Bundesnetzagentur darin, dass erstmals wieder Gebote für Solarprojekte auf Acker- und Grünlandflächen in landwirtschaftlich benachteiligten Gebieten in Bayern und Baden-Württemberg zugelassen waren. "Eine so deutliche Senkung des Preisniveaus hat es seit Beginn der Ausschreibungen noch nicht gegeben und ist ein deutliches Zeichen für den durch die Erweiterung der Flächenkulisse gewachsenen Wettbewerb", sagte Netzagentur-Vizechef Peter Franke.

Ingesamt waren der Behörde zufolge 133 Gebote für die Juni-Ausschreibungsrunde eingegangen. Zusammen hätten diese einen Zubau von 646 Megawatt ermöglicht. Das Volumen der zweiten Ausschreibung war jedoch auf 200 Megawatt begrenzt. Die Behörde erteilte letztlich den Zuschlag für Projekte mit zusammen 201 Megawatt, davon entfallen 124 Megawatt auf Acker- und Grünlandflächen in den benachteiligten Gebieten.

Das Auktionsergebnis belegt für Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) ein weiteres Mal das "ausgezeichnete Preis-Leistungs-Verhältnis der Photovoltaik". Es gebe keinen Grund mehr, den Photovoltaik-Ausbau weiter zu deckeln. Im Kraftwerksmaßstab erzeugter Solarstrom habe in Deutschland inzwischen die Erzeugungskosten von Strom aus neuen fossilen Kraftwerken unterschritten. Vor diesem Hintergrund forderte der BSW-Solar erneut von der Bundesregierung, das Volumen künftiger Auktionen deutlich zu vergrößern.

klimaretter.info/jst

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