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Afrika soll dezentrale Versorgung stärken

Um bis 2030 alle afrikanischen Haushalte mit einem Stromanschluss zu versehen, muss es einen grundlegenden Wandel der bisherigen Investitionspolitik vieler Staaten geben. Statt auf Großprojekte sollten Regierungen und Entwicklungsbanken stärker auf eine kleinteilige, netzunabhängige Stromversorgung setzen. Das fordert ein Bericht der niederländischen Umweltprüfungsagentur PBL. Nur so ließen sich auch weit abgelegene Regionen in Subsahara-Afrika bis 2030 mit Elektrizität versorgen.

BildDezentrale Lösungen zusammen mit den Energieverbrauchern statt Großprojekte in der Hand ausländischer Investoren: Eine solche Energiewende fordern viele Afrikaner. (Foto: Power Africa/​USAID/Flickr)

Mit den Sustainable Development Goals (SDGs) haben sich die Vereinten Nationen 2015 dazu verpflichtet, bis 2030 alle Haushalte weltweit mit einem Stromanschluss zu versehen. Viele afrikanische Haushalte, die fernab der Ballungszentren leben, drohen jedoch dabei leer auszugehen. Denn vor allem für private Investoren ist die Anbindung von Regionen ans Stromnetz nur für dicht besiedelte Gebiete sowie für nicht sehr weit entfernte Siedlungen attraktiv. Diese Lücke sollen öffentliche Geldgeber durch Investitionen in sogenannte Off-grid-Lösungen schließen. Laut dem Bericht sind solche netzunabhängigen Systeme für ein Fünftel der Haushalte in afrikanischen Staaten, die bislang noch ohne Elektrizität leben, die günstigste Option.

In Subsahara-Afrika leben zwei von drei Menschen ohne Strom – ingesamt 400 Millionen Personen. Zwar schätzt der Bericht, dass bis 2030 jährlich rund 15 bis 19 Milliarden US-Dollar an Investitionen in die Region fließen werden. Durch das zu erwartende Bevölkerungswachstum und einen wirtschaftlichen Entwicklungspfad, der den Energieverbrauch steigen lässt, werde das jedoch nicht ausreichen. Nötig seien insgesamt 24 bis 49 Milliarden US-Dollar.

Erst kürzlich hatten Vertreter der Africa Renewable Energy Initiative (AREI) scharfe Kritik daran geäußert, dass europäische Geldgeber mit Großprojekten vor allem eigene Interessen befördern und sich dabei über Bedenken der afrikanischen Vertreter hinwegsetzen würden. Aus Protest gegen die Investitionspolitik der Europäer war AREI-Chef Youba Sokona von seinem Posten zurückgetreten.

klimaretter.info/em

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