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China und Indien preschen vor

China und Indien werden ihre Klimaziele bis 2030 übererfüllen. Das zeigt eine Untersuchung der Institute Climate Analytics, Ecofys und New Climate Institute, die heute bei der Klima-Frühjahrskonferenz in Bonn vorgestellt wurde. Die Analysten korrigierten ihre Prognosen für den Treibhausgasausstoß der beiden weltgrößten Schwellenländer nach unten: Weil die Länder ihre Kohlekraft-Emissionen senken konnten und ihren Kraftwerkspark statt nur mit Kohle auch mit erneuerbaren Energien verstärken, könnten bis 2030 zwei bis drei Milliarden Tonnen CO2 eingespart werden. Schon in den kommenden fünf Jahren könnten durch den Zubau der Erneuerbaren rund eine Milliarde Tonnen CO2 weniger ausgestoßen werden als ursprünglich angenommen. 

BildOb der US-Präsident seine Ankündigungen wahr macht, ist noch ungewiss – Analysten rechnen aber jetzt schon mit den Worst-Case-Szenarien (Grafik vergrößern). Damit würden die USA ihr Klimaziel für 2030 klar verfehlen. (Grafik: Climate Action Tracker)

Die bisherigen Prognosen gingen von einem starken Wachstum des Energiesektors in China und Indien aus, das vor allem durch Kohlekraftwerke erreicht werden sollte. Doch durch die sinkenden Preise bei erneuerbaren Energien haben beide Länder nun begonnen umzusteuern. "Erst vergangene Woche hat die indische Regierung wieder den Neubau eines Kohlekraftwerks gecancelt und schon im Dezember angekündigt, ihre Kraftwerksplanung zu überdenken", sagte Yvonne Deng vom Londoner Beratungsunternehmen Ecofys bei den Bonner Vorverhandlungen zur UN-Klimakonferenz im November. 

In China ist der Trend laut den Analysten sogar noch eindeutiger: In den vergangenen drei Jahren sei die Kohleverbrennung langsam aber stetig zurückgegangen. Dies liege an der Kehrtwende der chinesischen Regierung, die damit nicht nur den Klimaschutz vorantreiben, sondern vor allem auch die Luftverschmutzung bekämpfen wolle.

Auch in den USA habe es bisher den Trend gegeben, dass Wind und Sonne den Kohlestrom verdrängen. "Das steht leider in starkem Kontrast zu den Zielen der neuen Trump-Administration", erklärte Niklas Höhne vom New Climate Institute in Köln. Die Prognosen würden sich auch nach den politischen Aussagen der gewählten Regierungen richten. Donald Trump hatte sich mehrmals zu einer Kohle-Renaissance bekannt und mit einen Ausstieg aus dem Paris-Abkommen gedroht. "Aber die Frage ist, ob das auch wirklich alles so eintritt", so Höhne. "Vielleicht gleichen die Bundesstaaten oder amerikanische Unternehmen das erwartete Defizit mit eigenen Anstrengungen sogar aus."

klimaretter.info/sg

Alle BildTexte zur diesjährigen 
vorbereitenden Frühjahrskonferenz 
der Klimadiplomaten finden Sie in 
unserem Dossier "Bonn Mai 2017"

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