Windenergie stagniert in Deutschland
Deutschland verliert den Anschluß: Nach Jahren des Wachstums wurden 2008 erstmals weniger Windenergieanlagen als im Vorjahr installiert. Nach Erhebungen des Deutschen Windenergie-Insituts (DEWI) betrug der Rückgang gegenüber 2007 zwar nur 17 neu installierte Anlagen - 2008 wurden im Inland immerhin noch 866 Windräder mit einer Leistung von 1.665 Megawatt neu installiert. Das Ergebnis aber ist wesentlich schlechter als der Welttrend. Der nämlich legte kräftig zu.
Auf dem Weltmarkt verzeichnete laut Bundesverband Windenergie (BWE) und Verband deutscher Anlagenbauer (VDMA) die USA die größte Dynamik. Etwa 9.000 Megwatt wurden dort im letzten Jahr installiert. Die Verbände gehen davon aus, dass sich unter der neuen US-Regierung der Ausbau der Windenergie weiter beschleunigen wird. Wovon auch deutsche Anlagenbauer profitieren könnten, die über 80 Prozent ihrer Produkte exportieren.
Ende 2008 waren in Deutschland insgesamt 20.301 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 23.902 Megawatt installiert. Im Ranking der Bundesländer (also in der Frage, wer die meisten Gewerbesteuern aus der neuen Energie einnimmt) lagen in 2008 Brandenburg (Neuzubau 408 Megawattt), Niedersachsen (384 Megawatt) und Sachsen-Anhalt (227 Megawatt) vorn. Außerdem werden in drei Ländern (Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein) inzwischen rechnerisch um die 40 Prozent des Nettostromverbrauchs aus Windenergie gedeckt. Niedersachsen hat als erstes Bundesland die Marke von 6.000 Megawatt installierter Gesamtleistung übersprungen.
Im laufenden Jahr will die deutsche Windbranche den Negativ-Trend umkehren: Durch das Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetz zum 1. Januar und der daraus resultierenden Planungssicherheit rechnen die Verbände für 2009 mit einem Wachstum von 20 Prozent.
Durch die Finanzkrise hatten im letzten Jahr vor allem Offshore-Projekte Investitionsschwierigkeiten, die Verbände seien jedoch derzeit mit Politik und Banken im Gespräch. Unübersehbar ist allerdings, dass der Ausbau auch strukturell krankt: EnBW, Eon oder Vattenfall haben zuletzt diverse Offshore-Planungsprojekte aufgekauft - garantiert nicht mit dem Ziel, ihren fossilen Erzeugungsmöglichkiten möglichst bald Marktanteile abzujagen.
Für den weiteren Erfolg der Windenergie ist es zudem wichtig, "den Netzausbau konsequenter und zügiger als bisher voranzutreiben", sagt BWE-Präsident Hermann Albers: "Auch der Einsatz effizienter neuer Anlagengenerationen muss in Zukunft möglich gemacht werden. Aktuell wirken sich eine Reihe von Länderverordnungen zu Höhenbegrenzungen in diesem Bereich äußerst hemmend aus".
Foto: BWE/Das Grüne Emissionshaus
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