China und Indien werden Vorreiter

Während China und Indien ihre Ziele beim Ausbau der erneuerbaren Energien bis 2030 übererfüllen können, drohen die USA zurückzufallen. Das geht aus einer Kurzstudie hervor, die das Kölner New Climate Institute, die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch und das Projektzentrum Allianz Climate Solutions am heutigen Donnerstag veröffentlicht haben.

BildChina und Indien könnten ihre Klimaziele leicht erfüllen – doch das reicht noch nicht für die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad. (Foto: AEE)

Dennoch müssten die Investitionen in die Erneuerbaren in den nächsten zwei Jahrzehnten stark wachsen. Im vergangenen Jahr hatten China, Indien und die USA zusammengerechnet 134 Milliarden US-Dollar in den Ökoenergie-Ausbau investiert. Bis 2035 müssten, so die Studie, China und die USA diese Investionen verdoppeln, Indien sogar verdreifachen.

Die drei Länder sind mit ihrem absoluten CO2-Ausstoß gemeinsam für mehr als die Hälfte des weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Ihre Energiepolitik spielt deshalb eine entscheidende Rolle, um die mittlere Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, wie es der Pariser Klimavertrag vorsieht.

In China lag 2016 der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung bei fünf Prozent. Die Stromproduktion von Windanlagen stieg von 2015 zu 2016 um fast ein Drittel. Die Solarstromerzeugung wuchs im gleichen Zeitraum sogar um 72 Prozent. China hat in seiner Selbstverpflichtung zum Paris-Vertrag zugesagt, dass bis 2030 der Anteil nicht fossiler Energieträger auf 20 Prozent steigen soll. Ab dann sollen auch die Emissionen des Landes sinken, verspricht China. Nach Ansicht der Studienautoren wird China diese Versprechen leicht erfüllen können, die Emissionen des Landes könnten auch schon früher sinken. Allerdings gingen in China zuletzt auch die Investitionen in Erneuerbare zurück.

Auch Indien ist laut Studie auf einem guten Weg, sein nationales Klimaziel zu erfüllen. Im Vorjahr lag der Anteil der Erneuerbaren bei der Stromerzeugung bei 14 Prozent. Laut der Paris-Verpflichtung des Landes sollen regenerative Stromquellen 40 Prozent im Jahr 2030 Prozent ausmachen. Nach 2022 könnte Indien – so der Report – auf den Bau neuer Kohlekraftwerke verzichten.

Pessimistischer fällt das Urteil zu den USA aus. Zwar stieg bei Wind- und Solarenergie die Gesamtkapazität im Vorjahr auf 116.000 Megawatt und der Anteil der Erneuerbaren im Strommix kletterte auf acht Prozent, doch die Klimapolitik der jetzigen US-Regierung könne Investoren verunsichern. Stark fallende Kosten für erneuerbare Energien und die Energiepolitik mehrerer US-Bundesstaaten zugunsten der Ökoenergien könnten jedoch einen Einbruch beim Erneuerbaren-Ausbau verhindern.

Insgesamt reichen die Selbstverpflichtungen, die die Staaten im Rahmen des Paris-Abkommens abgegeben haben, allerdings nicht aus, um die Erderwärmung auf unter zwei Grad oder sogar auf 1,5 Grad zu begrenzen. Mit den jetzigen Aktivitäten kommen die Staaten auf ungefähr 2,8 Grad Erwärmung. Zwar geht es beim Ausbau der Erneuerbaren laut Studie zügiger voran als geplant, aber in anderen Bereichen geschieht noch zu wenig.

klimaretter.info/kir

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