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Brasilien baut Windenergie aus

Nordex hat in Brasilien einen Großauftrag erhalten. Der Hamburger Windradbauer wird im Bundesstaat Piaui im Nordosten des Landes acht Windparks installieren. Die Parks umfassen insgesamt 65 Turbinen zu je drei Megawatt, kommen also zusammen auf eine Leistung von 195 Megawatt. Losgehen soll es Mitte des Jahres. Über das Finanzielle ist bisher nichts bekannt.

BildWind hat Brasilien genug – auch in Rio, wie die Aufnahme zeigt. Nur genutzt wird er noch zu wenig. (Foto: L. C. Nøttaasen/​Flickr)

Brasilien sieht sich als Pionier für erneuerbare Energien. 40 Prozent seiner Energie bezieht das Land bereits aus erneuerbaren Quellen, beim Strom sind es sogar 75 Prozent. Verantwortlich dafür sind das enorme Wasserkraftpotenzial des fünftgrößten Landes der Welt und die umfangreiche Nutzung von Agrokraftstoffen im Verkehrssektor. Energie aus Wind und Sonne spielt bislang nur eine untergeordnete Rolle.

Doch Brasilien muss umdenken. Das Land erlebte in den vergangenen Jahren schwere und anhaltende Dürreperioden. Künftig dürfte es mit fortschreitendem Klimawandel noch häufiger dazu kommen. Für die Nutzung von Wasserkraft wird das zum Problem, zudem drohen bei neuen Projekten Landkonflikte und ökologische Schäden. Die Agrokraftstoffe wiederum sind lange nicht so klimafreundlich wie behauptet. Deshalb will die Regierung nun auch andere erneuerbare Energiequellen erschließen. Bis 2030 sollen diese 28 bis 33 Prozent der Gesamtenergie und mindestens 23 Prozent des Stroms beisteuern.

Der Nordosten Brasiliens – also die Region, in der die neuen Windparks entstehen sollen – gilt als besonders gut geeignet für Windenergie. Nordex und sein Auftraggeber, die brasilianische Atlantic Energias Renováveis, rechnen mit einem überdurchschnittlich hohen Kapazitätsfaktor von rund 58 Prozent. Gemeint ist damit der Jahresnutzungsgrad, also der Anteil der Volllaststunden über ein durchschnittliches Jahr gerechnet.

Die Türme für die Windräder produziert Nordex in Brasilien, um die Wertschöpfung vor Ort zu erhöhen und um Kosten zu sparen.

klimaretter.info/vk

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