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UBA: Hälfte der Kohlekraftwerke muss weg

Um die Klimaziele für 2030 im Energiesektor zu schaffen, muss ein schneller Einstieg in den Ausstieg aus der Kohlekraft her. Das ist das Fazit einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes (UBA). Bis 2030 soll dafür über die Hälfte der Kohlekraftwerke in Deutschland vom Netz. Insgesamt vier Optionen schlägt das Amt vor, wie der Abschied von der Kohle kostengünstig und ohne Versorgungsprobleme vonstattengehen soll. "Maximal 0,2 Cent pro Kilowattstunde würden die Großhandelspreise steigen", sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger.

BildWirtschaftsminister Gabriel besuchte am Wochenende das Braunkohlekraftwerk Niederaußem bei Köln: Er will sich nicht auf ein Datum beim Kohleausstieg festlegen. (Foto: Harald Hillemanns/​Wikimedia Commons )

Nach Szenario eins sollen nacheinander alle Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, die das Alter von 40 Jahren überschreiten. Genauso effektiv wäre es laut Option zwei auch, zuerst alle Braunkohlekraftwerke abzuschalten. Das ist laut UBA der "robusteste" Weg in den Kohleausstieg. Besonders günstig würde der Staat mit dem dritten Szenario fahren. Hier ist eine drastische Erhöhung der Brennstoffsteuer und somit eine Verteuerung des CO2-Preises um zehn Euro pro Tonne vorgesehen. Für besonders klimafreundlich hält das UBA Option vier. Demnach könnten die Volllaststunden für Kohlekraftwerke bis 2030 begrenzt werden – eine Art Emissionsbudget. 

Laut dem im vergangenen Jahr verabschiedeten Klimaschutzplan müssen die Emissionen in der Energiewirtschaft bis 2030 auf rund 183 Millionen Tonnen CO2 begrenzt werden. Wie das erreicht werden soll, ist jedoch politisch noch nicht geregelt. Bisher ist nur von einer "schrittweisen" Verringerung der Kohleverstromung die Rede. Ebenso wie den Atomausstieg muss die Politik in den kommenden Jahren auch den Kohleausstieg in Gesetze fassen. 

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will sich jedoch auf kein Ausstiegsszenario festlegen. Er halte nichts von "dieser Jagd auf Ausstiegsdaten", sagte Gabriel am Wochenende bei einem Besuch im Braunkohlekraftwerk Niederaußem in Bergheim bei Köln. Dort laufen einige Blöcke mittlerweile seit über 50 Jahren. Ob auf Braunkohlestrom ganz oder teilweise verzichtet werden kann, will Gabriel nicht vor 2030 entscheiden, wie er auf einer Pressekonferenz in Niederaußem erklärte.

klimaretter.info/sg

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