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Deutsche Emissionen stiegen 2016

Im Jahr nach dem Beschluss über das Pariser Weltklimaabkommen sind die deutschen CO2-Emissionen gestiegen. Dem Thinktank Agora Energiewende zufolge hat Deutschland im vergangenen Jahr 916 Millionen Tonnen Treibhausgase verursacht – ein Anstieg von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zumindest leicht geschrumpft ist demnach der CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung, weil mehr erneuerbare Energien und Gaskraftwerke genutzt wurden, während die Kohleverstromung abnahm.

Bild2016 sind die CO2-Emissionen gestiegen. (Foto: Benjamin von Brackel)

Das Problem liegt laut Thinktank-Chef Patrick Graichen mittlerweile in anderen Sektoren. "Die Energiewende ist nicht nur eine Sache des Stromsektors – jetzt müssen auch Industrie, Wärme und Verkehr ihre Klimaschutzbeiträge liefern", sagte Graichen. Eine große Rolle spielten allerdings auch das Wirtschaftswachstum und der vergleichsweise kalte Winter.

Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 mindestens 40 Prozent seiner Emissionen gegenüber 1990 einzusparen. Dass das passiert, ist unwahrscheinlich. Kürzlich musste die Große Koalition einräumen, sich bei den geplanten Klimaschutzmaßnahmen verrechnet zu haben – selbst bei optimaler Umsetzung werde das Ziel nicht erreicht. Sich selbst sieht die Regierung aber nicht mehr in der Pflicht. Ihr Nachfolger könne "ab 2018 bei Bedarf gezielt nachsteuern". Also nach der kommenden Bundestagswahl, wenn der künftigen Koalition noch zwei Jahre bleiben, bis sie sich für das Erreichen des Ziels feiern oder für das Verfehlen schelten lassen muss.

klimaretter.info/scz

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