Schwerpunkte

E-Auto | Trump | 1,5 Grad

Grünstrom stagnierte 2016

Die erneuerbaren Energien – Solar-, Wind- und Wasserkraft sowie Biomasse – lieferten im vergangenem Jahr alles in allem 186 Terawattstunden Strom und liegen damit in etwa auf dem Niveau von 2015, hat das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg bekannt gegeben. Der Anteil des Grünstroms an dem Strommix, der tatsächlich aus der Steckdose kommt, liegt danach bei rund 34 Prozent. Die Angaben beruhen, so das Institut, auf den Daten das Statistischen Bundesamtes bis einschließlich September 2016 sowie für Oktober, November und Dezember auf Zahlen der Strombörse EEX und der vier großen Netzbetreiber. 

BildDer Solarstrom litt im vergangenen Jahr unter politischen Restriktionen und dem Wetter. (Foto: Schulze von Glaßer)

Verlierer des Jahres 2016 scheint vor allem die Photovoltaik zu sein. Deren Stromerzeugung verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um etwa 1,2 Terawattstunden oder 3,3 Prozent. Den Rückgang führt das Fraunhofer ISE einerseits auf den geringen Zubau und andererseits auf das ungünstige Wetter zurück. Zwar habe zum Jahreswechsel die installierte Solarstrom-Leistung rund 40.800 Megawatt, der Zubau 2016 aber nur 1.200 Megawatt betragen – weniger als die Hälfte des von der Bundesregierung vorgegebenen Ziels von 2.500 Megawatt.

Bei dem Solar-Zubau 2016 wäre eigentlich mit einer Steigerung der Stromerzeugung um 2,5 Prozent zu rechnen gewesen. "Wir hatten aber circa fünf Prozent weniger Sonneneinstrahlung, sodass am Ende ein Rückgang der Solarproduktion entstand", erklärte ISE-Experte Bruno Burger auf Nachfrage von klimaretter.info.

Auch die Windenergie erzeugte laut den ISE-Angaben 2016 mit 78 Terawattstunden rund 1,2 Terawattstunden weniger als 2015. Hier gingen mit 3.500 Megawatt onshore und 700 Megawatt offshore zwar hohe Kapazitäten neu ans Netz, das konnte aber die schlechteren Wetterbedingungen im abgelaufenen Jahr nicht ausgleichen. 2015 seien insbesondere die Monate November und Dezember erheblich besser gewesen, bilanzierte Bruno Burger vom Fraunhofer ISE.

Wind an Land hatte dabei laut den ISE-Angaben am gesamten Windstrom einen Anteil von 66 Terawattstunden, fünf weniger als 2015. Offshore-Wind konnte seine Erzeugung deutlich erhöhen – von acht auf zwölf Terawattstunden. Wasserkraft lieferte rund 22 Terawattstunden und liegt damit im Schnitt der vergangenen Jahre. Mit Biomasse wurden 48 Terawattstunden erzeugt, zwei mehr als im Vorjahr.

Das letzte Jahr stellte erneut einen Rekord im Stromexport auf. Der Überschuss betrug rund 50 Terawattstunden. Der Großteil des Stroms floss dabei in die Niederlande, von dort wurde er teilweise nach Belgien und Großbritannien weitergeleitet. Auf Platz zwei folgt die Schweiz, die in der Hauptsache aber als Transitland nach Italien fungiert. Auf den folgenden Plätzen rangieren Österreich und Polen. Das letztere Land transportiert einen Teil des ostdeutschen Strom-Überangebots über Tschechien nach Süddeutschland.

klimaretter.info/jst

[Erklärung]  
blog comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige

Kolumnen

Alle Kolumnen lesen
Alle Herausgeber-Interviews lesen