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Kraftwerke nach CO₂-Ausstoß sortieren

Um ein Viertel könnte der CO2-Ausstoß im deutschen Stromsektor sinken, würden die Kraftwerke nicht nach Erzeugungs-Kosten, sondern nach ihren Emissionen eingesetzt werden. Gäbe die sogenannte Merit-Order Anlagen mit niedrigen CO2-Emissionen den Vorzug, ließen sich derzeit jährlich 79 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen, ergibt eine jetzt veröffentlichte Studie, die das Öko-Institut im Auftrag des Ökostromers Greenpeace Energy erarbeitet hat.

BildZwischen Windrad und Gaskraftwerk soll nicht länger die billige und klimaschädliche Kohle stehen: Eine ökologische statt einer ökonomischen Einsatzreihenfolge wünscht sich Greenpeace Energy. (Foto: Roland Peschetz/Flickr)

Welche Kraftwerke gegenwärtig in Deutschland wann zur Stromerzeugung genutzt werden, richtet sich vor allem nach den Brennstoffkosten. Nach den erneuerbaren Energien kommen dann Braunkohle- und Steinkohlekraftwerke an die Reihe. Würde sich der Einsatz aber am CO2-Ausstoß orientieren, rücken vor allem Gaskraftwerke an die Stelle der Kohle. Gasbefeuerte Anlagen nutzen zwar immer noch einen fossilen Rohstoff, dieser produziert aber wesentlich weniger CO2. Dieses Potenzial einer veränderten Einsatzreihenfolge dürfe nicht ungenutzt bleiben, fordert Greenpeace Energy. In einem ersten Schritt sollten deshalb fossile Kraftwerke sofort vom Netz genommen werden.

Der vermehrte Einsatz von Gas würde aber auch Mehrkosten mit sich bringen: Die Einsparung von 79 Millionen Tonnen im Vergleichsjahr hätte so 1,1 Milliarden Euro gekostet – pro Tonne CO2 wären das rechnerisch rund 14 Euro. Für Greenpeace-Energy-Vorstand Sönke Tangermann wären das angesichts eines "gewaltigen Effekts" für das Klima "absolut vertretbare Kosten".

klimaretter.info/jst

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