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Kuba will erneuerbarer werden

Kuba will seinen Ökostromanteil kräftig ausbauen. Unterstützung holt sich der Karibikstaat dabei vom Bundesumweltministerium und der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (Irena). In dieser Woche fand in Havanna ein erstes Treffen statt, in dem es unter anderem um die Einbindung größerer Anteile von Grünstrom ins landesweite Stromnetz ging. "Wir wollen den Kampf gegen den Klimawandel weiterführen", sagte der kubanische Energieminister Alfredo López.

BildEin schöner Händedruck findet in Kuba selbstverständlich vor entsprechendem Hintergrund statt: Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth (rechts) und Kubas Vize-Energieminister Yuri Viamontes. (Foto: Melanie Klussmann/BMUB)

Kuba hat im Juni 2014 eine nationale Strategie zur Entwicklung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz beschlossen. Bisher ist das Land, wie die meisten Karibikstaaten, extrem abhängig von fossilen Brennstoffen, die größtenteils importiert werden müssen. Dass Kuba trotzdem in einem Ranking des WWF zum nachhaltigsten Land der Welt gekürt wurde, liegt vor allem an einem 2004 gestarteten Energiesparprogramm.

Erst vier Prozent seines Stroms gewinnt Kuba aus erneuerbaren Quellen. Das entspricht einer Erzeugungskapazität von insgesamt rund 6.000 Megawatt. Im Jahr 2030 sollen 24 Prozent der heimischen Energie regenerativ erzeugt werden. "Das wird einen wichtigen Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung leisten, entsprechend dem Pariser Klimaabkommen und der Ziele für nachhaltige Entwicklung", zeigte sich Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth bei seinem Besuch sicher.

Der Klimawandel trifft auch Kuba hart. In den Tabak-Anbaugebieten für Havanna-Zigarren, die zu den wichtigsten Devisenbringern gehören, häufen sich die Wetterkapriolen. Die Niederschlagsmuster verändern sich, Klimastudien sagen einen Rückgang der Ernten in einigen Jahrzehnten voraus. Auch dass die Stärke von Wirbelstürmen wahrscheinlich zunehmen wird, stellt Kuba vor riesige Probleme. Zuletzt wurde das Land am 25. Oktober 2012 vom Hurrikan "Sandy" heimgesucht – weitgehend unbeachtet von der Welt, die vor allem die Bilder vom vier Tage später betroffenen New York sah.

klimaretter.info/vk

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