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Österreich diskutiert Ökostrom-Förderung

Österreich startet den Beteiligungsprozess zum von der Regierung vorgestellten Grünbuch für eine integrierte Energie- und Klimastrategie. Ab Juli können alle Interessierten einen Fragenkatalog beantworten und ihre Meinung vorbringen. Die Ergebnisse sollen in ein Weißbuch münden.

BildBeteiligungsprozess hin oder her: Klimaschutz soll in Österreich nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden, fordern Erneuerbaren- und Umweltverbände. (Foto: EPS soltec)

Nach Ansicht des Dachverbands Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) ist das Grünbuch zwar sinnvoll, aber es müsse auch schnell gehandelt werden. Die zunehmenden Wetterextreme in Europa zeigten die Dringlichkeit. "Die Sofortmaßnahme ist ein modernes Ökostromgesetz, das noch in diesem Jahr kommen muss", sagte EEÖ-Chef Peter Püspök. "Für die Entwicklung einer Überlebensstrategie begrüßen wir den Startschuss mit dem Grünbuch." Das in Paris für Österreich ausgegebene Ziel von 100 Prozent Ökostrom bis 2030 müsse dafür die Leitlinie sein, so Püspök. Auf der 21. UN-Klimakonferenz im Dezember 2015 hatte der damalige österreichische Bundeskanzler Werner Faymann angekündigt, dass Österreich seinen Strom spätestens 2030 vollständig aus erneuerbaren Quellen produzieren werde.

Allerdings werden laut dem Erneuerbaren-Verband die E-Mobilität und die Umstellung des Stahlsektors den Strombedarf des Landes um 30 bis 50 Terawattstunden erhöhen. Derzeit liegt Österreichs Stromverbrauch bei knapp 70 Terawattstunden im Jahr. Püspök forderte von der österreichischen Regierung, nicht länger den Ausbau der Ökoenergien zu deckeln, stattdessen müssten CO2-Emissionen sowie Atom- und Kohlestromimporte begrenzt werden. 

Auch Österreichs Umweltdachverband zeigte sich zufrieden über die Grünbuch-Veröffentlichung, auch wenn sie nach Ansicht des Verbands langst überfällig war. Der Abbau umweltschädlicher Subventionen solle zügig in Angriff genommen werden. "Dies brächte eine klare Win-win-Situation: rasch umsetzbare Klimaschutzmaßnahmen und eine Entlastung des Staatshaushaltes", sagte Dachverbands-Chef Franz Maier. Die Strategie müsse noch in diesem Jahr vorliegen. "Die Energie- und Klimaschutzhausaufgaben dürfen nicht länger auf die lange Bank geschoben werden", so Maier.

klimaretter.info/kir

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