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100 Millionen für Fessenheim-Stilllegung

Die französische Umweltministerin Ségolène Royal hat Medienberichten zufolge dem Energiekonzern Electricité de France (EDF) bis zu 100 Millionen Euro für die Stilllegung des Atomkraftwerks Fessenheim angeboten. Wie die französische Tageszeitung Le Monde berichtete, offerierte die Ministerin dem mehrheitlich staatlichen Energiekonzern eine Summe zwischen 80 und 100 Millionen Euro als Entschädigung. Die Zeitung beruft sich dabei auf einen bislang vertraulichen Brief der Ministerin an EDF-Chef Jean-Bernard Lévy von Anfang Mai.

BildDas Atomkraftwerk Fessenheim liegt direkt am Rhein, an der französisch-deutschen Grenze. Auch deutsche Politiker fordern immer wieder die Stilllegung des Reaktors. (Foto: Rémi Stosskopf/Wikimedia Commons)

Die sozialistische Regierung von François Hollande hat wiederholt versprochen, das Kraftwerk abzuschalten – die Stilllegung hatte sich jedoch immer wieder verzögert. Inzwischen ist nach Informationen von Le Monde geplant, das Kraftwerk im Jahr 2018 stillzulegen, wenn der lange überfällige Reaktorneubau in Flamanville in der Normandie ans Netz gehen soll. Dann allerdings hat Hollande sein Wahlversprechen gebrochen, denn im Mai 2017 endet seine Legislatur – und niemand weiß, ob der eventuell neue Präsident diese Zusage dann auch wirklich einhält.

Zwei Parlamentsabgeordnete hatten im September 2014 Entschädigungen in der Höhe von vier Milliarden Euro für die Stilllegung von Fessenheim vorgeschlagen – einen Preis, den Royal als "bizzar" bezeichnete. Die nun von ihr vorgeschlagene Entschädigungssumme ist nun etwa 40-mal niedriger. 

Erst am vergangenen Mittwoch hatte es in Fessenheim eine weitere Panne gegeben: Aufgrund einer Störung musste Medienberichten zufolge Block eins heruntergefahren werden. Es habe – so die Betreiber – aber keine Gefahr durch austretende Radioaktivität bestanden. Das Atomkraftwerk im Elsass direkt an der deutschen Grenze fällt seit langer Zeit durch Störfälle auf. Erst im Frühjahr dieses Jahres war ein schwerwiegender Störfall aus dem Jahr 2014 bekannt geworden: Damals war eines der beiden Sicherheitssysteme des Reaktors ausgefallen, nachdem Wasser in Schränke mit Sicherheitselektronik eingedrungen war. Der Reaktor musste durch Einleitung von Bor ins Kühlsystem heruntergefahren werden.

klimaretter.info/fme

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