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Norwegen stößt Kohleinvestments ab

Norwegens staatlicher Pensionsfonds hat seine Investitionen aus 52 Unternehmen abgezogen, die mit Kohleförderung oder -verstromung ihr Geld verdienen. Betroffen sind chinesische und US-amerikanische, aber auch sieben große indische Konzerne, darunter der Kohleriese NTPC mit 14 Kohlekraftwerken sowie Coal India, der weltweit größte Förderer von Kohle, wie aus einer von der Zentralbank in Oslo veröffentlichten Liste hervorgeht.

BildKohlemine im indischen Dhanbad: Norwegens Pensionsfonds hat dem weltweit größten Kohleförderunternehmen Coal India seine Anteile entzogen – ein Rückschlag für die indische Kohlewirtschaft. (Foto: Nitin Kirloskar/Wikimedia Commons)

Der norwegische Pensionsfonds verwaltet umgerechnet mehr als 800 Milliarden Euro und ist damit der größte staatliche Anleger der Welt. Deutsche Kohlekonzerne sind laut den Medienberichten bisher noch nicht unter denjenigen, denen Anteile entzogen werden. Die Norweger haben auch in Unternehmen wie RWE und Eon investiert. Allerdings ist das Ende der im vergangenen Jahr eingeleiteten Divestment-Bestrebungen des Staatsfonds noch nicht abzusehen.

Die norwegische Regierung erließ Anfang April neue Kriterien für die Investitionen des Fonds. "Der Pensionsfonds strebt an, ein verantwortungsvoller Investor zu sein", heißt es in dem Papier. Unternehmen, die mit Waffen, Tabak und Kohle ihr Geld verdienten, müssten zukünftig ausgeschlossen werden. Für Kohleunternehmen gilt in diesem Jahr noch ein Extra-Passus: Energieerzeuger oder Bergbauunternehmen, die mehr als 30 Prozent ihres Geschäfts mit Kohle machen, dürfen nicht mehr zum Portfolio des Fonds gehören. 

klimaretter.info/sg

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