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Braunkohle kostet 15 Milliarden

15 Milliarden Euro – so hoch sollen die versteckten Kosten der Braunkohle in diesem Jahr sein. Zu dem Resultat kommt eine von der Umweltschutzorganisation Greenpeace in Auftrag gegebene Studie. Greenpeace ließ die Kosten von Schäden für Gesundheit und Klima sowie Vergünstigungen und Ausnahmeregelungen für die Braunkohlewirtschaft bundesweit zusammenrechnen. Lege man die Zusatzkosten auf den Strompreis um, würde dieser um 9,9 Cent pro Kilowattstunde steigen und wäre damit fast dreimal so hoch wie der derzeitige Produktionspreis, heißt es in der Studie. Die Berechnungen machten überdeutlich, dass Braunkohle zum Auslaufmodell werden müsse, sagte Grünen-Fraktionsvorsitzender Anton Hofreiter.

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Mit 15 Milliarden Euro Zusatzkosten gibt es handfeste ökonomische Gründe für einen sofortigen Braunkohle-Ausstieg. (Foto: Axel Hartmann/Flickr)

Denn neben ökologischen gebe es auch starke ökonomische Gründe für den sofortigen Braunkohle-Ausstieg, erklärte Greenpeace-Energieexpertin Susanne Neubronner. Die größten Zusatzkosten kommen dabei von den CO2-Emissionen sowie von Feinstaub und anderen Schadstoffen. Deren schädliche Wirkung auf Gesundheit und Klima soll nach Angaben des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS), das die Studie ausgeführt hat, mehr als 13 Milliarden Euro im Jahr kosten. Mit einer weiteren Milliarde schlagen Steuervergünstigungen und EEG-Außnahmen zu Buche. Auch die Kosten von Umsiedlungen und Straßenverlegungen sind nicht im Endpreis enthalten. Sie betragen schätzungsweise 150 Millionen Euro, seien aber nicht vollständig berechenbar, meinen die Studienautoren.

Obwohl die Betreiber der Kohletagebaue so – zumindest theoretisch – mehrere Milliarden Euro einsparen, verzeichnen sie Rekordverluste. Der Energiekonzern Vattenfall schrieb allein im zweiten Quartal 2015 drei Milliarden Euro Verlust. Eon hat vergangenes Jahr um die drei Milliarden Euro Miese gemacht. Auch die RWE, die ihre Quartalszahlen am Donnerstag vorlegen will, hat laut Einschätzungen ähnliche Verluste zu verzeichnen.

klimaretter.info/as

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