AKW Flamanville wird noch teurer

Die Fertigstellung des neuen Atomkraftwerks in der Normandie wird nun schon zum vierten Mal verschoben. Seit acht Jahren baut Frankreichs staatlicher Energiekonzern EDF den Europäischen Druckwasserreaktor EPR in Flamanville. Die Kosten erhöhen sich jetzt nochmals um zwei Milliarden Euro auf 10,5 Milliarden. 

Bild
EDF hat sich "leicht" verschätzt: Rund sieben Milliarden Euro kostet der EPR mehr als 2005 geplant. (Foto: E48616/Wikimedia Commons)

Seit dem Baubeginn für den Reaktor der "dritten Generation" Ende 2007 werden die Kostenschätzungen fast jedes Jahr um Milliardenbeträge heraufgesetzt. Immer mehr gravierende Sicherheits- und Baumängel werden bekannt, mehrfach wurde der Termin für die Inbetriebnahme bereits verschoben.

Begonnen hatte die Pleiteserie des Milliardenprojekts EPR im Juni 2005. Damals sprach EDF von drei Milliarden Euro und einer Fertigstellung bis 2012.

  • 2008 waren es schon 4,5 Milliarden Euro,
  • 2010 kündigte EDF Kosten von fünf Milliarden Euro an und verschob das Ende des Baus auf 2014,
  • 2011 waren es sechs Milliarden Euro,
  • 2012 lagen die Kosten bereits bei 8,5 Milliarden und der Fertigstellungstermin im Jahr 2016,
  • 2014 wurde das Ende der Arbeiten auf 2017 verschoben und der Kostenrahmen stieg auf neun Milliarden,
  • 2015 wurden im April weitere Baumängel entdeckt und die Gesamtkosten schließlich im September auf 10,5 Milliarden Euro geschätzt.

Die Verzögerungen in Flamanville könnten laut französischer Pressestimmen dazu führen, dass Präsident François Hollande eines seiner wichtigsten Wahlversprechen nicht halten kann: die Abschaltung des Atomkraftwerks Fessenheim im Elsass. Das Pannen-AKW sollte eigentlich Ende nächstes Jahr geschlossen werden.

klimaretter.info/sg

[Erklärung]  
Anzeige
blog comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige

Kolumnen

Alle Kolumnen lesen
Alle Herausgeber-Interviews lesen