Beim Energiesparen klaffen große Lücken

Der bundesweite Energieverbrauch sinkt nicht und der Anteil der erneuerbaren Energien bei der Wärmegewinnung und im Verkehr ist noch zu gering. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Untersuchung des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor. "Die Bundesregierung wird ihre Energiewende-Ziele krachend verfehlen", warnte die energepolitische Sprecherin der Fraktion, Julia Verlinden. Die aktuellen Zahlen zeigten, dass die Regierung viel zu wenig dafür tue, den Energieverbrauch zu senken. Zu einem ähnlichen Urteil war im Mai dieses Jahres auch schon der Bundesverband Erneuerbare Energie gekommen.

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Rote Karte für die Bundesregierung: Die meisten Energiewendeziele werden wohl verfehlt. (Foto: Eva Mahnke)

Seit Jahren sinkt der Primärenergieverbrauch kaum: Lag die Summe aller im Inland eingesetzten Energieträger 1990 bei 14.905 Petajoule, so sank sie bis zum vergangenen Jahr auf gerade mal 13.077 Petajoule. Nach dem Willen der Bundesregierung soll sich der Primärenergieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent im Vergleich zu 2008 verringern. Bis 2014 sank der Verbrauch aber nur um 6,4 Prozent – im vergangenen Jahr vor allem wegen der milden Witterung.

Eine ähnlich große Lücke klafft beim Bruttostromverbrauch: Um zehn Prozent soll der Stromverbrauch bis 2020 im Vergleich zu 2005 abnehmen. Doch bis zum vergangenen Jahr betrug die Minderung gerade mal 4,6 Prozent, wie ebenfalls Daten der AG Energiebilanzen zeigen. "Wenn sie den Trend der letzten Jahre fortschreibt, schafft die Regierung nicht einmal die Hälfte der angestrebten Einsparung", betonte Verlinden. Doch die Energiewende funktioniere nur, wenn Energiesparen, Energieeffizienz und Erneuerbare gleichermaßen vorangebracht werden.

Auch bei der Wärmegewinnung und im Verkehrssektor kommt der Anteil der erneuerbaren Energien noch längst nicht an die vorgegebenen Ziele heran: Seit 2013 sinkt der Anteil im Verkehr sogar, da der Energieverbrauch in diesem Sektor stetig zunimmt. Nach Vorgaben der EU müssten aber zehn Prozent der verbrauchten Energie bis 2020 eingespart werden. Lediglich beim Stromverbrauch wird die Bundesregierung ihre Zielmarke erfüllen. "Und das auch nur, weil sie den Zielwert für Strom aus Erneuerbaren viel zu niedrig angesetzt hat", sagte Verlinden. Mit den Obergrenzen beim Ausbau der Öko-Energien und dem Ausschreibungsverfahren bremse die Regierung die Energiewende bewusst aus.

klimaretter.info/kir

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