5,3 Billionen Dollar fossile Subventionen

In diesem Jahr subventionieren die Staaten der Welt die Nutzung fossiler Energien mit 5,3 Billionen US-Dollar. Das entspricht einem Anteil von 6,5 Prozent am globalen Bruttoinlandsprodukt (BIP). Die Zahlen stehen in einer Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF). Damit seien die Subventionen "dramatisch viel höher als bislang gedacht", so der IWF.

Bild
Unter den fossilen Energieträgern profitiert die Kohle besonders von Subventionen. (Foto: Eva Mahnke)

Als Subventionen wertet der IWF nicht nur direkte Hilfen, Steuererleichterungen und Befreiungen von Abgaben, sondern auch die Umwelt- und Gesundheitskosten, die durch die Nutzung fossiler Energieträger entstehen, jedoch nicht in die Verbraucherpreise eingehen. Unter anderem sind dies die Gesundheitskosten durch die Luftverschmutzung aus Kohlekraftwerken, die Folgekosten des Klimawandels sowie Kosten durch Straßenschäden und Unfälle. In absoluten Zahlen liegt China bei den Subventionen vorn, gefolgt von den USA, Russland, Indien und Japan. Bezogen auf den Anteil der Subventionen am BIP sind die Spitzenreiter die Ukraine, Bosnien, Serbien und Bulgarien. Schon als eine erste Version der Studie vom März vorlag, hatte der IWF die Regierungen aufgefordert, die Fossil-Subventionen drastisch zurückzufahren, wenn nicht zu streichen.

Für Deutschland beziffert die IWF-Studie in ihrer Länderaufstellung (Excel-Datei) die Höhe der Subventionen im Jahr 2015 auf 50,7 Milliarden Euro. Das sind 623 Euro pro Kopf. Der Großteil hiervon entfällt mit 37,2 Milliarden Euro auf die Kohle, eine Subvention von 457 Euro pro Kopf und Jahr. Das Umweltbundesamt kommt auf ähnliche Zahlen. Auch im globalen Maßstab sticht die Kohle unter den fossilen Energieträgern besonders heraus: Wegen der hohen Umwelt- und Gesundheitskosten, die nicht eingepreist werden, sind hier die Subventionen am höchsten. Zudem wird Kohle unter den Energieträgern mit den geringsten Verbrauchssteuern belastet.

klimaretter.info/em

[Erklärung]  
Anzeige
blog comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige

Kolumnen

Alle Kolumnen lesen
Alle Herausgeber-Interviews lesen