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Offshore: Stadtwerke-Windpark am Netz

Nach fast vierjähriger Bauzeit hat der Stadtwerkeverbund Trianel seinen Offshore-Windpark Borkum in Betrieb genommen. 40 Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von insgesamt 200 Megawatt produzieren nun rund 45 Kilometer vor der Küste der Nordseeinsel Borkum Strom. Trianel rechnet mit 4.000 Volllaststunden und einer Ausbeute von 800 Gigawattstunden, genug um rechnerisch 200.000 Haushalte zu versorgen. Das eine Milliarde Euro schwere Projekt ist nach Angaben des Unternehmens der erste rein kommunale Offshore-Windpark Europas.

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Drei von 40 Windrädern: der Offshore-Windpark Borkum. (Foto: Trianel)

Baubeginn war im September 2011. Ursprünglich sollte der Windpark Borkum bereits Mitte 2013 ans Netz gehen. Vor allem die Netzanbindung sorgte für Verzögerungen. Übertragungsnetzbetreiber Tennet verschob mehrfach die Anbindung der Fünf-Megawatt-Maschinen. Dadurch entstanden nach Trianel-Angaben Mehrkosten von 200 Millionen Euro, die die Stromkunden zu tragen haben. 2012 hatte die damals schwarz-gelbe Bundesregierung die sogenannte Haftungsumlage eingeführt, das wirtschaftliche Risiko einer verspäteten Netzanbindung wurde auf die Allgemeinheit abgewälzt. Ab dem elften Tag ohne Anschluss besteht ein Anspruch auf Schadensersatz für 90 Prozent der entgangenen Einnahmen gegenüber dem Netzbetreiber, dieser darf die Kosten vollständig auf die Stromkunden übertragen.

Dass der Windpark um ein Viertel teurer als geplant geworden ist, liegt aber auch am Diesel: Damit die Windrad-Lager und -Getriebe im rauen Seeklima keinen Schaden nahmen, mussten sie bewegt werden – mit Strom, der von einem Dieselgenerator erzeugt wurde. Dies 45 Kilometer vor der Küste zu bewerkstelligen kostet einigen Aufwand. Auch beim Offshore-Windpark Riffgat hatte dieses Problem für Schlagzeilen gesorgt.

Im August sollen die 40 Anlagen des Windparks Borkum in den Regelbetrieb überführt werden. Derzeit befinden sie sich noch im Probebetrieb. Laut Trianel werden "technische Details überprüft und alle Betriebsphasen der Areva-Anlagen getestet". Nächstes Jahr soll die Entscheidung über eine zweite Ausbaustufe mit weiteren 200 Megawatt Nennleistung fallen.

klimaretter.info/vk

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