Anzeige

RWE fährt Braunkohleverstromung zurück

Bis zum Ende des Jahrzehnts wird RWE im Rheinischen Revier zehn bis 15 Prozent weniger Braunkohle verstromen. Das hat der Chef von RWE Generation, Matthias Hartung, angekündigt. In der Tochtergesellschaft bündelt RWE seit 2013 seine fossilen Stromerzeugungsaktivitäten.

Bild
RWE-Kraftwerk Niederaußem im rheinischen Bergheim. Die Lichter macht noch niemand aus. Und demnächst auch nur ein bisschen. (Foto: Stodtmeister/Wikimedia Commons)

Der Rückgang sei eine Folge des Klima-Kompromisses der Großen Koalition, erklärte Hartung. Anfang Juli hatte die Bundesregierung die von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) geplante Klimaabgabe für alte und ineffiziente Kohlemeiler verworfen. Stattdessen sollen 2,7 Gigawatt Braunkohlekapazität bis 2020 in eine Reserve überführt werden. Die Kraftwerksbetreiber erhalten dafür eine Entschädigung. Welche Blöcke stillgelegt werden, ist bislang noch unklar. RWE rechnet aber damit, dass seine Kraftwerke rund die Hälfte der 2,7 Gigawatt stellen werden.

Es würden auch "Personalanpassungen nötig" werden, sagte Hartung. Diese wolle der Konzern aber "fair und sozialverträglich" gestalten. RWE beschäftigt in der Region 10.000 Mitarbeiter.

RWE, der zweitgrößte Energiekonzern Deutschlands, hat seit Längerem mit schlechten Bilanzzahlen und "miserablen Geschäftsaussichten" zu kämpfen. Der Gewinnn vor Steuern der Kraftwerkssparte sank im ersten Quartal dieses Jahres um 23 Prozent. Gerade hat die Schweizer Großbank UBS eine Verkaufsempfehlung für die RWE-Aktie ausgesprochen. Das Papier fiel ans Ende des Dax. Damit hat die RWE-Aktie seit Jahresbeginn mehr als 20 Prozent eingebüßt, während der Dax insgesamt um 17 Prozent zulegte. "Es geht ums Überleben", sagte Sparten-Chef Hartung. "Das hat bei uns jetzt auch der Letzte begriffen."

klimaretter.info/vk

[Erklärung]  
blog comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige

Kolumnen

Alle Kolumnen lesen
Alle Herausgeber-Interviews lesen