Anzeige

Pensionsfonds enttäuscht Divestment-Fans

Der Staatliche Pensionsfonds Norwegens hat im vergangenen Jahr seine Anteile an Öl- und Gasunternehmen in aller Welt um rund 28 Milliarden Euro aufgestockt. Das berichtet die britische Tageszeitung The Guardian. Der Fonds stellte seine Jahresbilanz Ende der Woche auf einer Pressekonferenz vor. Der zweitgrößte Staatsfonds der Welt steigerte demnach seine Investitionen im Öl- und Gasbereich, obwohl er sich zur Freude der Divestment-Bewegung erst kürzlich bereit erklärt hatte, zumindest teilweise aus Beteiligungen an Energieunternehmen mit fossilem Hintergrund auszusteigen.

Bild
Statoil-Anlage in Norwegen: Das Land bezieht seinen Reichtum vor allem aus der Ölförderung und investiert sein Geld traditionell zu einem großen Teil in die fossile Energieproduktion. (Foto: Øyvind Hagen/StatoilHydro)

22 Prozent des Gesamtvermögens des Fonds – rund 860 Milliarden Dollar – sind laut dem Report in Öl- und Gasprojekten angelegt. Medienberichten zufolge soll der "Oljefondet" zudem an 90 der 100 der weltweit führenden Öl- und Gasunternehmen beteiligt sein. Unter den zehn größten Beteiligungen des Fonds ist laut Jahresbericht auch Exxon Mobil.

Im Dezember hatte der Pensionsfonds angekündigt, in Zukunft nicht mehr in Aktivitäten zu investieren, die "schädlich für das Klima sind". Allerdings handelt es sich dabei eher um eine Handlungsempfehlung der Regierung als um eine Anweisung.

Im letztjährigen Bericht des Staatsfonds wird eine "Diskussion über verantwortliche Investments" besonders betont. Darunter fielen auch Beteiligungen an Öl- und Gas-Wertpapieren. Noch im Februar hatte der Fonds in seinem ersten Nachhaltigkeitsbericht mit seiner verantwortungsvollen Investitionsstrategie geworben. Insgesamt will der Fonds nach eigenen Angabem sein Geld aus 114 Unternehmen abgezogen haben.

Umweltorganisationen kritisieren jedoch, dass der Fonds weiterhin im großen Umfang an der kanadischen Teersand-Produktion und auch an dem umstrittenen Pipelineprojekt Keystone XL beteiligt sei. Sie sehen die norwegische Regierung in der Pflicht, die Investitionspolitik des Staatsfonds zu ändern. "Fossile Investitionen sind nicht nur eine ökologische, sondern auch eine finanzielle Belastung geworden", erklärte Martin Norman von Greenpeace Norwegen. "Wir glauben, dass die Politiker den Fonds nun drängen müssen, aus dieser Art von Unternehmen auszusteigen."

klimaretter.info/sg

[Erklärung]  
blog comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige

Kolumnen

Alle Kolumnen lesen
Alle Herausgeber-Interviews lesen