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"Alte" Energien erfordern Rohstoffimporte

Deutschland ist bei der Energieproduktion noch immer von teuren Importen abhängig. Das steht im neuen Jahresbericht zur Rohstoffsituation, den die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) am Montag vorgelegt hat. Die Behörde ist dem Bundeswirtschaftsministerium unterstellt. Der Report spart die ökologischen und sozialen Aspekte der Rohstoffförderung, sei es für Deutschland oder für andere Gegenden der Welt, aus. Aus klimapolitischer Sicht sind die Aufschlüsselungen zum Primärenergieverbrauch dennoch aufschlussreich.

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Obwohl mit viel Aufwand und Geld in Deutschland Kohle gefördert wird, muss Deutschland die meisten seiner fossilen Energierohstoffe importieren. (Foto: Nick Reimer)

Im Jahr 2013 betrug der Anteil von Erdöl am Primärenergieverbrauch 33 Prozent, Erdgas lag bei 22, Braunkohle bei zwölf und Steinkohle bei 13 Prozent. Mit 11,5 Prozent trugen die erneuerbaren Energien insgesamt mehr zum Energiemix der Bundesrepublik bei als die Atomkraft mit acht Prozent.

Der hohe Anteil der fossilen Energieträger an der Energieerzeugung hat Folgen: Deutschland musste im vergangenen Jahr etwa 100 Milliarden Euro für den Import von Erdgas, Erdöl, Kohle und atomaren Brennstoffen ausgeben. 70 Prozent aller Rohstoffimporte entfielen auf diese Energierohstoffe. Grund dafür sind laut BGR die hierzulande begrenzten, teils schwer förderbaren und sich erschöpfenden Vorkommen der fossilen Energieträger. Wie der Bericht feststellt, muss "Deutschland als einer der größten Energieverbraucher der Welt den Hauptteil der benötigten Energierohstoffe importieren. Nur noch rund zwei Prozent des Erdöls und zwölf Prozent des Erdgases stammen aus der inländischen Förderung."

Die in größerer Menge vorhandene Steinkohle, so der Bericht weiter, wird auch weiterhin nur mit den derzeitigen Steinkohle-Subventionen wirtschaftlich förderbar bleiben. Trotz 1,7 Milliarden Euro Unterstützung im vergangenen Jahr konnten ohnehin nur 13 Prozent des deutschen Steinkohlebedarfs aus der Eigenförderung gedeckt werden. Nur die Braunkohle ist im relativem Überfluss vorhanden und wettbewerbsfähig abbaubar, sodass Deutschland nach Ansicht der BGR wohl auch in Zukunft der größte Braunkohleproduzent der Welt bleibt. Aus der Perspektive des Klimaschutzes wäre ein Ausstieg aus der CO2-intensiven Kohlesverstromung freilich unbedingt notwendig.

klimaretter.info/mst

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