Fracking hilft dem Klima nicht

Der weltweite Erdgasboom wird die Treibhausgas-Emissionen langfristig nicht reduzieren. Das geht aus neuen Untersuchungen von US-amerikanischen Wissenschaftlern hervor, die diese Woche in der Zeitschrift Nature publiziert wurden. Der Einsatz von Erdgas wird allgemein als Maßnahme für den Klimaschutz angesehen, da bei der Verbrennung deutlich weniger CO2-Emissionen entstehen als etwa beim Energieträger Kohle. Die Forscher hingegen argumentieren, dass durch die Fracking-Technologie und durch den Transport des Gases auch andere Treibhausgase wie Methan frei werden.

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Durch Lecks bei Bohrungen nach Erdgas oder aus undichten Rohrleitungen entweicht das klimaschädliche Methan. (Foto: Tim Evanson/Flickr)

Der derzeitige Erdgasboom – gerade auch durch die Erschließung unkonventioneller Gasvorkommen – verdränge nicht nur klimaschädlichere Energien wie die Kohle, sondern mache auch den erneuerbaren Energien Konkurrenz. Längerfristig könne es sogar zu einem Anstieg der Emissionen kommen, wenn sich die Förderung von unkonventionellem Gas weltweit bis 2050 verdoppelt oder sogar verdreifacht.

"Das zusätzliche Angebot von Gas lässt dessen Anteil am Energie-Mix steigen, aber hierdurch wird nur eine sehr begrenzte Menge Kohle ersetzt", erklärte Nico Bauer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, der an der Studie mitgearbeitet hat. Das Überangebot von Gas führe zu einem Preisverfall und einem weiteren Anstieg des Energieverbrauchs.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Preisentwicklung in den USA. Dort ist der Erdgaspreis derart gesunken, dass sich energieintensive Industrien aus Europa mittlerweile dort niedergelassen haben oder eine Standortverlagerung planen, um mit dem billigen Fracking-Gas ihre Produktionskosten niedrig zu halten. Allerdings sind die Umweltauswirkungen in den USA verheerend. Auch deuten neue Satellitenstudien zu Methan-Emissionen darauf hin, dass die Klimawirkung der Erdgasförderung weitaus stärker ist als bisher vermutet. In Deutschland sorgen unterdessen die Folgen der konventionellen Erdgasförderung in Form von Benzol- und Quecksilberverunreinigungen für Schlagzeilen.

klimaretter.info/sg

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