Gutachten: Kapazitätsmärkte unnötig

Kapazitätsmärkte sind unnötig, glaubt man zwei verschiedenen Gutachten im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums, die dem Spiegel vorliegen. Der Strommarkt sei funktionsfähig und könne die Versorgungssicherheit gewährleisten, heißt es darin. Außerdem seien Kapazitätsmärkte kein geeignetes Mittel zur CO2-Reduktion.

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Das fossile Geschäft rechnet sich immer weniger. Kapazitätsmärkte würden die alten Kraftwerke künstlich weiter am Leben halten, warnen Regierungs-Gutachter. (Foto: Schulze von Glaßer)

Energieexperten streiten darüber, ob und wann ein Kapazitätsmarkt wegen des Erneuerbaren-Ausbaus nötig ist. Den Ökoenergien wird nachgesagt, zu stark wetterabhängig zu sein und nicht zuverlässig Strom zu liefern. Deshalb soll ein Markt für garantierte Kapazitäten das Bereithalten von Kraftwerken belohnen, um die Stromnachfrage auch zu Spitzenzeiten zuverlässig zu decken. Die Gegner von Kapazitätsmärkten gehen davon aus, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien langfristig gar nicht zu Blackouts führt, wenn er mit dem Bau von Speichern und der Optimierung des Lastmanagements einhergeht. Aktuelle Statistiken zeigen, dass Wind und Sonne einander weitgehend ausgleichen und gemeinsam zu allen Jahreszeiten viel mehr Versorgungssicherheit bieten als jeweils nur allein. Zum Übergang ist die strategische Kraftwerksreserve im Gespräch – die ist zwar teuer, Befürworter betonen allerdings, dass sie – im Gegensatz zu einem Kapazitätsmarkt – eben auch nicht dauerhaft eingesetzt würde.

Die vier großen Energiekonzerne werben für einen Kapazitätsmarkt. Sie alle mussten für das vergangene Jahr schlechte Ergebnisse vorstellen – das fossile Geschäft läuft nicht gut. Ein Kapazitätsmarkt könnte unrentabel gewordene Kraftwerke am Leben erhalten.

klimaretter.info/scz

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