Länder-Rekord: Über 50 Prozent Ökostrom

Schon 2011 war Mecklenburg-Vorpommern mit einem Anteil von 49 Prozent an der (Brutto-)Stromerzeugung nahe dran an der 50-Prozent-Marke. 2012 wurde sie mit 51 Prozent erstmals in einem deutschen Bundesland übertroffen, wie jetzt veröffentlichte Daten auf foederal-erneuerbar.de, dem Länder-Portal der Agentur für Erneuerbare Energien, zeigen.

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Auch der Ende 2012 in Betrieb genommene Solarpark Barth mit 31,5 Megawatt Leistung schob den Anteil der Erneuerbaren in Mecklenburg-Vorpommern nach oben. (Foto: Sun Energy)

In fast allen Bundesländern wuchs dabei, wie die Daten weiter belegen, der Anteil von Wind, Sonne, Biomasse und anderen Erneuerbaren nicht nur am Stromverbrauch, sondern auch an der Stromerzeugung. Den höchsten Anteil von Ökostrom an der Erzeugung wiesen 2012 nach Mecklenburg-Vorpommern Thüringen mit 47 Prozent sowie Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein mit 39 und 38 Prozent auf. Die höchsten Steigerungsrate von 2010 auf 2012 erreichte Hessen mit plus 15 Prozentpunkten, gefolgt von Niedersachsen mit elf sowie Schleswig-Holstein und Thüringen mit je zehn Prozentpunkten. 

Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, sieht in den Zahlen einen "Ansporn für ambitionierte Ziele und den weiteren Abbau von Hindernissen auf dem Weg zur Energiewende". Die teilweise unterschiedliche Entwicklung zeige, dass die Länder durch eigene Energiestrategien und Regelungen den Ausbau der Erneuerbaren entscheidend beschleunigen oder bremsen könnten. 

Nach Angaben des Statistischen Amtes in Schwerin hatte Mecklenburg-Vorpommern allerdings schon 2009 rund 3,8 Millionen Megawattstunden Ökostrom erzeugt und ins Netz eingespeist und damit einen Erneuerbaren-Anteil von 51 Prozent erreicht. 2008 lag der Ökostrom-Anteil demnach sogar bei 56 Prozent. Das Portal foederal-erneuerbar.de weist für Mecklenburg-Vorpommern einen Ökostrom-Anteil an der Brutto-Erzeugung von knapp unter 50 Prozent für 2009 und von nur 44 Prozent für 2008 aus. Die stark differierenden Angaben erklärte die Agentur für Erneuerbare Energien gegenüber klimaretter.info damit, dass die jeweiligen Datensätze zur Stromerzeugung aus unterschiedlichen Quellen stammten und zudem von verschiedenen Seiten erhoben würden. Damit erkläre sich auch, dass die genauen Zahlen erst mit zeitlicher Verzögerung feststünden. Die klare Tendenz hin zur Eigenversorgung mit Ökostrom werde aber so oder so deutlich.

klimaretter.info/jst

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