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Kompromissvorschlag zum Netzausbau

Die Bundesregierung will das deutsche Stromnetz im Zuge der Energiewende erheblich erweitern, aber viele Menschen wehren sich gegen neue Stromtrassen. Nun hat ein Experte einen Kompromissvorschlag in die Debatte eingebracht: Wolfgang Hohmann, emeritierter Professor an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, schlägt einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge vor, neue Strommasten auf den Mittelstreifen von Autobahnen zu errichten, anstatt diese quer durch die Landschaft zu ziehen.

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Kompaktmasten brauchen weniger Grundfläche. (Foto:
hoogspanningsnet.com)

Weil die Mittelstreifen schmaler sind als die Grundfläche der heute üblichen Strommasten, müsste deren Konstruktionsweise geändert werden. Hohmanns Vorschlag: Die Strommasten sollen als sogenannte Kompaktmasten errichtet werden, wie es sie in den Niederlanden bereits gibt. Diese Masten haben keine Gitterstruktur, sondern sehen aus wie einfache Pfähle. Es stehen immer zwei Masten, sogenannte Pylone, nebeneinander, zwischen denen Seile gespannt werden. Die Stromleitungen selbst würden an Querträgern befestigt werden, die über die Fahrbahn ragen. Denkbar sei auch, an beiden Seiten der Fahrbahn Masten zu errichten, zwischen diesen Seile zu spannen und daran die Stromleitungen zu befestigen.

Bislang sind hohe Bauten im Abstand von bis zu 40 Metern zur Fahrbahn verboten. Hohmann fordert, diese Vorschrift zu ändern. Nach den Plänen der Bundesregierung sollen bis 2022 in Deutschland 2.800 Kilometer neue Stromleitungen entstehen. Weitere 2.900 Kilometer sollen aufgerüstet werden. Zuletzt hatte sich vor allem Bayern gegen den Bau neuer Stromtrassen gesperrt.

klimaretter.info/em

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