Die Mibrag sucht einen Investor
Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft Mibrag soll verkauft werden. Deutschlands drittgrößter Braunkohleverstromer möchte gern in Profen (Sachsen-Anhalt) ein neues Kohlekraftwerk bauen, hat dafür bislang aber keinen Investor gefunden. Nach Angaben der "Leipziger Volkszeitung" wurde mit dem Verkauf die US-Bank Merrill Lynch beauftragt, die im Zuge der internationalen Finanzkrise von der Bank of America geschluckt wurde. Zu den Gründen für die Verkaufspläne werden die finanziellen Belastungen aufgrund des Erwerbs von Kohlendioxid-Zertifikaten in zweistelliger Millionenhöhe genannt. Als Käufer werden laut "Mitteldeutscher Zeitung" Vattenfall, RWE und Electrabel gehandelt.
Die Mibrag entstand 1990 durch Privatisierung des früheren Volkseigene Braunkohlenkombinat Bitterfeld. Im Jahr 1994 wurden große Teile durch das britisch-amerikanische Firmenkonsortium PowerGen - NRG Energy - Morrison Knudsen (seit 2000 Teil der Washington Group International) aufgekauft und es entstand die MIBRAG mbH. Heute gehört die Gesellschaft zu gleichen Teilen der Washington Group International und NRG Energy. In den letzten Jahren förderte die Mibrag in ihren beiden Tagebauen Profen und Schleenhein (südlich von Leipzig) zwischen 21,5 Millionen Tonnen (2003) und 18,6 Millionen Tonnen (2007) Braunkohle, die im Kraftwerk Lippendorf verbrannt worden.
Die Mibrag beschäftigt 2.150 Mitarbeiter in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. 2007 setzte sie rund 330 Millionen Euro um und verdiente knapp 40 Millionen Euro. Gern möchten die Mibrag-Manager ein neues neues Braunkohle-Kraftwerk in Profen (Sachsen-Anhalt) bauen, um ihre "Geschäftstätigkeit" auzuweiten - also Kohlendioxid produzieren. Das Kraftwerk soll rund eine Milliarde Euro kosten und 2012/2013 ans Netz gehen. Es soll eine Leistung von 600 bis 700 Megawatt haben. Nach früheren Angaben der Geschäftsführung soll im Frühjahr 2009 Klarheit über einen Investor herrschen.
Bislang verkaufte die Mibrag ihre Braunkohle an Eon, EnbW und Vattenfall, denen das Kraftwerk Lippendorf bei Leipzig gehört. Der Kraftwerksneubau ist nicht als Ersatz für ein bestehendes Kraftwerk gedacht: Lippendorf gilt als eines der modernsten Braunkohlekraftwerke der Welt. Bedeutet im Klartext: Die Mibrag müsste zusätzlich Braunkohle fördern, um sie im eigenen Werk zu verbrennen.
FOTO: Reimer
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