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EU schraubt Schiefergas-Erwartungen zurück

Die Hoffnungen auf ertragreiche Zeiten bei der Gasgewinnung mithilfe der umstrittenen Fracking-Technologie bekommen nun auch in Europa einen Dämpfer. Wie die Nachrichtenagentur DPA unter Berufung auf ein internes Papier der EU-Kommission meldet, hat die Behörde ihre Schätzungen für die förderbaren Schiefergaspotenziale um knapp 16 Prozent nach unten korrigiert. 

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Fracking ist mit großen Risiken für die Umwelt verbunden. (Foto: Energy Watch Group)

Noch 2011 hatte die Kommission mit einem förderbaren Volumen von 15,8 Billionen Kubikmetern gerechnet. Jetzt geht sie von nur noch 13,3 Billionen Kubikmetern aus. Das sind 2.500 Milliarden Kubikmeter weniger als zuvor.

Zuletzt war bekannt geworden, dass sich in den USA die Investoren nach dem anfänglichen Boom aus dem Geschäft zurückziehen. Der Boom hatte die Gaspreise stark fallen lassen. Nun haben zahlreiche Konzerne beantragt, Flüssigerdgas ins Ausland zu exportieren, meldet das Handelsblatt, um von den dortigen höheren Gaspreisen zu profitieren. Wenn die Regierung alle Anträge genehmigen würde, würden die USA viermal so viel Erdgas exportieren wie bisher. Umweltschützer fürchten nun, dass bei Genehmigung die höheren Gewinnaussichten den Fracking-Boom noch weiter anheizen könnten.

Bei Energiekonzernen und Investoren gilt Schiefergas als ertragreiche Alternative zu den schwindenden konventionellen Gasvorkommen. Die Förderung aber ist teuer und aufwändig. Zudem erschöpfen die einzelnen Vorkommen schneller als ursprünglich angenommen. Die Internationale Energieagentur geht davon aus, dass der Boom noch bis 2020 anhalten wird, die Förderung dann aber erheblich zurückgeht. Die OPEC sieht den Schiefergasboom in den USA schon früher am Ende, genauso die Association for the Study of Peak Oil and Gas (ASPO).

klimaretter.info/em

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