Stadtmenschen im Klimawandel

Sogenannte Megastädte, also Großstädte mit mehr als zehn Millionen Einwohnern, haben eines gemeinsam: Ihre Einwohner und die Infrastruktur, die sie mit dem Lebensnotwendigen versorgen, haben einen enormen Energieverbrauch. Zwar wird auch immer mehr grüne Technologie eingesetzt, um dieser Entwicklung Herr zu werden. Doch um den CO2-Ausstoß wirklich zu verringern, kommt es vor allen Dingen auf ein Umdenken bei den Bewohnern der Megastädte an. So lautete der Tenor der dreitägigen Konferenz "Future Megacities in Action", die am Donnerstag in der Fischauktionshalle im Hamburger Hafen zu Ende ging.

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Die Fischauktionshalle im Hamburger Hafen steht bei Sturmfluten öfters unter Wasser – der passende Ort für eine Klimafolgen-Konferenz. (Foto: side-2/flickr.com) 

Die Konferenz stellte die Ergebnisse des Förderschwerpunkts "Future Megacities" des Bundesforschungsministeriums vor. Chris Zevenbergen beispielsweise vom Institut für Wasser-Ausbildung der UNESCO aus Delft in den Niederlanden plädierte in einer Podiumsdiskussion für weniger große Investitionen in die Energie-Infrastruktur von Megastädten. Sein Kollege Khaled El Araby von der Ain Shams University im ägyptischen Kairo forderte, stattdessen sollten ihre Bewohner zu mehr Energiesparen und -effizienz erzogen werden.

Ein ambitionierter Ansatz für Stadtgiganten in den Entwicklungs- und Schwellenländern, wo vor allen Dingen die Sonne Strom liefert: Hier werden neben Solarkochern immer mehr Photovoltaikanlagen auf den Hausdächern eingesetzt, die die einzelnen Haushalte mit Strom versorgen. Zusammen genommen können sie zwar nicht den enormen Energiebedarf der Riesenstädte abdecken. Doch in den Regionen der Erde, wo genug Sonneneinstrahlung vorhanden ist, sind sie für die Einwohner oft eine kostengünstige Variante zum Dieselmotor oder zur offenen Kochstelle. Von Energiesparen zu reden stellt in diesem Fall schlichtweg eine Überforderung dar, denn hier geht es um das tägliche Überleben.

Die Kehrseite der wachsenden Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen in den Megastädten ist die steigende Energieknappheit, die ebenfalls Thema auf der Konferenz war. Energiespar- und -effizienzsysteme im Gebäudebereich, kombiniert mit Innovationen in erneuerbare Energien, so ein Credo der Tagung, können hier in Megastädten einen entscheidenden Beitrag leisten. Öffentliche Gebäude sollten dabei als "Leuchtturmprojekte" vorangehen, forderten die Teilnehmer der Konferenz.

klimaretter.info/ds

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