Sicherheitsmängel bei allen deutschen AKW
"Atomstrom 2013: Sauber, sicher, alles im Griff?" So heißt die Studie, die heute der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) veröffentlicht hat. Von den neun in Deutschland noch laufenden Atommeilern gehen laut der Untersuchung nach wie vor erhebliche Risiken aus. Vor allem seien die Meiler nicht ausreichend gegen mögliche Erdbeben und Hochwasser gesichert. Hinzu kämen Risiken durch mögliche Brände, altersbedingte Ausfälle des Sicherheitssystems oder eine generelle mangelnde Sicherheitskultur.

Umweltorganisationen legen offen, wo der Hund tatsächlich begraben liegt: Alle noch am Netz befindlichen deutschen AKW sind enorm gefährdet. (Foto: Jo Roettgers/Greenpeace)
Als besonders gefährdet werden die technisch veralteten Siedewasserreaktoren in Gundremmingen eingestuft. In dem AKW zwischen Augsburg und Ulm könne es bei einem Störfall zu Wasserstoffexplosionen und zur Freisetzung von radioaktivem Material kommen, ähnlich wie in Fukushima 2011. Generell seien die deutschen Atomkraftwerke nicht ausreichend mit Notstromaggregaten gegen den Ausfall der Stromversorgung gesichert. Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger sagte: "Wir können detailliert nachweisen, dass sämtliche noch am Netz befindlichen deutschen Atommeiler nicht sicher sind. Offensichtlich haben für die Betreiber Gewinninteressen und nicht der Schutz der Bevölkerung vor Atomkatastrophen Vorrang." Ein einziger Tag, an dem ein abgeschaltetes Atomkraftwerk keine Strom liefere, koste die Betreiber bis zu einer Million Euro. Daher würden Nachrüstungen manchmal bis in die nächste vorgesehene Stillstandszeit zum Austausch der Brennelemente verschoben werden.
Die Bundesregierung unternehme in dieser Angelegenheit nichts, kritisierte Weiger. Doch "Störfälle durch Alterung der Atomanlagen, Flugzeugabstürze oder Anschläge können auch in Deutschland jederzeit zur weiträumigen tödlichen Freisetzung von Radioaktivität führen". Damit verletze die Regierung ihre grundgesetzliche Schutzpflicht für die Bevölkerung. Dies dürfe nicht akzeptiert werden. "Der sofortige Atomausstieg gehört in die Bundeswahlprogramme aller Parteien", mahnte Weiger. Insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse die erfolgreiche Fortsetzung des Umbaus der Energieversorgung zu einem Hauptthema ihrer Wahlveranstaltungen machen.
klimaretter.info/vana
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