Der solare Zubau bricht ein
Der solare Zubau hat sich weiter abgebremst: Wurden im Dezember 2012 noch 330 Megawatt Leistung in Deutschland neu installiert, waren es im Januar nur noch knapp 275 Megawatt. Dies geht aus der Bilanz der Bundesnetzagentur hervor, bei der die neu ans Netz geschalteten Anlagen gemeldet werden müssen. Im selben Monat des Vorjahres waren es mit 517 neu installierten Megawatt noch fast doppelt so viel. Die Einspeisevergütungen für Photovoltaikanlagen waren zum 1. Februar um 2,2 Prozent gesunken und zum 1. März noch einmal um diesen Betrag: Wer jetzt seine Neuanlage bis zehn Kilowatt Leistung ans Netz bringt, bekommt nur noch eine EEG-Umlage in Höhe von 16,28 Cent je Kilowattstunde. Haushaltsstrom kostet durchschnittlich 26 Cent.

Hatten in diesem Jahr bislang nur halb so viel zu tun wie im vergangenen: Solarhandwerker. (Foto: Paul Langrock)
Auffallend an den gemeldeten Anlagen ist, dass unter den 9.336 neuen Solarkraftwerken kaum noch Großanlagen zu finden sind. Wegen der im Erneuerbare-Energien-Gesetz geltenden Begrenzungen für den Anspruch auf Einspeisevergütung ist keine der nun neu gemeldeten Anlagen größer als zehn Megawatt. Die größte Anlage wurde mit 6,8 Megawatt Leistung in Baden-Württemberg in Betrieb genommen. Experten des Markforschungsunternehmens EuPD Research gehen davon aus, dass sich bei dem bislang im Januar und Februar abzeichnenden Ausbautempo 2013 in Deutschland 3.900 Megawatt solare Kraftwerksleistung installieren lassen. Im vergangenen Jahr war es mit 7.660 Megawatt fast doppelt so viel.
Insgesamt zeichnet sich ein schwaches Jahr für die Erneuerbaren ab: Wegen der anhaltenden Debatte um das EEG hat sich bei vielen Investoren Unsicherheit breitgemacht. "Das unternehmerische Risiko ist bei der derzeitigen Lage völlig unkalkulierbar", hatte beispielsweise Münchens Stadtwerke-Geschäftsführer Florian Bieberbach erklärt. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hatte in seinem Maßnahmenpaket zur sogenannten "Strompreisbremse" angekündigt, auch in die Bestandsanlagen eingreifen zu wollen – und Kürzungen von einem bis 1,5 Prozent der derzeitigen Einspeisetarife aus dem EEG vorgeschlagen. Die Stadtwerke München hatten geplant, bis 2020 insgesamt neun Milliarden Euro in regenerative Kraftwerkstechnik zu investieren. Nun haben die Stadtwerke einen Investitionsstopp für alle Grünstromprojekte verhängt.
klimaretter.info/reni
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