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Shell glaubt nicht an Öl-Zukunft

Royal Dutch Shell hatte eine Studie bestellt, deren Ergebnis nun das eigene Tun ins Wanken bringt: Das New Lense Scenario kommt zu dem Schluss, dass die Photovoltaik in 50 Jahren weltweit zur Kraftwerkstechnik Nummer Eins wird. Und das, obwohl die Weltbevölkerung dann auf neun Milliarden gestiegen ist und der Energiehunger entsprechend wächst. Momentan rangiert die Sonnenkraft bei den Energiequellen auf Rang 13. Zwei mögliche Zukunftsszenarien zeigt der Bericht auf: Im ersten Szenario geht Shell davon aus, dass höhere Energiepreise, niedrigere Photovoltaikkosten und staatliche Unterstützung dazu führen, dass die Sonnenkraft im Jahr 2060 knapp 40 Prozent der weltweit nachgefragten Energie produziert – und damit wichtigste Quelle für Strom, Antrieb und Wärme wird. In einem zweiten Szenario billigen die Wissenschaftler dem Erdgas die Hauptrolle bei der Energieversorgung zu.


Die gestrandete "Kulluk" beweist ein weiteres Mal, dass die Ölsuche vor Alaska viel zu riskant ist – meinen Umweltschützer und Ureinwohner. (Foto: U.S. Coast Guard/alaskadispatch.com)

Nicht erwähnt wird in der Studie, dass in beiden Szenarien das von der internationalen Klimadiplomatie beschlossene Zwei-Grad-Ziel nicht erreichbar sein wird. Zwingend für eine Einhaltung sei, dass die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre unter 450 ppm gehalten wird, sagt die Wissenschaft in Gestalt des Weltklimarates IPCC. Zuletzt war die 400-ppm-Marke geknackt worden, jährlich kommen zurzeit drei ppm dazu. Ersichtlich also ist, dass auch ein solches Royal-Dutch-Shell-Szenario direkt in die Klimakrise führt.

Genauso wie das bisherige Handeln des Konzerns: Seit 2004 hat Shell umgerechnet 3,4 Milliarden Euro in die Ölexploration in der Arktis und in entsprechende Bohrlizenzen rund um den Nordpool investiert. Zuletzt riss die Ölbohrinsel Kulluk bei Sturm aus ihrer Verankerung und lief vor Alaska auf Grund. Nun kündigte Shell zumindest erst einmal eine "Pause" in der Arktis an.


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